Strand statt Stellenbörse, Sonnenbrille statt Krawatte: Westmecklenburg geht bei der Fachkräfte-Suche neue Wege – und trifft Urlauber dort, wo sie ohnehin schon entspannt am Strand liegen. Klingt verzweifelt? Ist es auch. Aber es funktioniert offenbar.
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Fachkräfte dringend gesucht: Wenn die Menschen nicht zu uns kommen, gehen wir halt dorthin, wo sie sind. Hauptsache, sie bleiben danach hier.
Drei Orte, 1.500 Interessierte, ein klares Signal
Die Welcome Service Center aus Nordwestmecklenburg, Schwerin und Ludwigslust-Parchim haben in den vergangenen Wochen gemeinsam mit ihren Partnern die sogenannten Urlauberaktionstage durchgeführt. Drei Stationen standen auf dem Programm: Boltenhagen, die Insel Poel – und erstmals auch der Vorplatz des Schweriner Schlosses. Rund 1.500 Interessierte haben sich nach Angaben des Regionalmarketings Westmecklenburg informieren lassen. Darunter auch internationale Fachkräfte und Familien, die über einen Umzug nach Mecklenburg-Vorpommern nachdenken.
Die zentrale Botschaft: Westmecklenburg hat Platz. Und Jobs. Nach Angaben des Jobcenters sind in Schwerin aktuell rund 2.100 Stellen offen. Wer will, kann also praktisch sofort anfangen. Was fehlt, sind die Menschen, die das auch wollen.
Organisiert wurde die Reihe vom Verein Regionalmarketing und -entwicklung Westmecklenburg. Im Mittelpunkt standen berufliche Perspektiven, Wohnraum und Angebote für Familien. Das Schweriner Schloss war dabei nicht nur schmückende Kulisse, sondern zentraler Anlaufpunkt – und laut Veranstaltern der erste Versuch, das Format auch in der Landeshauptstadt selbst zu testen. (fachkräftemangel)
Erfolg lässt sich nicht in Zahlen messen – sagt das Regionalmarketing
Wie viele der angesprochenen Urlauber tatsächlich den Weg nach Westmecklenburg finden werden, weiß natürlich niemand. Konkrete Zahlen gibt es keine. Das Regionalmarketing spricht deshalb lieber von „Langfristigkeit“ – und davon, dass bei den Gesprächen „häufig erst die Idee für einen beruflichen Neustart“ entstehe. Heißt im Klartext: Die Wirkung ist da, nur nicht messbar. Was bei einer Marketingaktion auch besser so ist.
Kathrin Hoffmann, Leiterin der Fachgruppe Wirtschaft und Tourismus der Landeshauptstadt Schwerin, zeigte sich zumindest zufrieden mit dem Pilotversuch in der Schlossvorstadt. Man habe zahlreiche Menschen für Schwerin begeistern und erste Kontakte zu Fachkräften knüpfen können. OB Sebastian Ehlers warb bei der Aktion persönlich für seine Stadt. Ob die Strategie aufgeht, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Bis dahin bleibt: Wer im Urlaub am Strand schon mal ans Jobwechseln denkt, ist in Westmecklenburg genau richtig aufgehoben.
Foto: Gerd Eichmann / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Quelle: Nordkurier
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