Schwerin-Kaspelwerder. 400 Kilometer auf dem Tacho, nagelneuer Camper, Jungfernfahrt – und dann die Erkenntnis: Die Stellplätze am Ostorfer See sind so gut wie ausgebucht. Christian und Anja Freitag aus der Nähe von Osnabrück gehören zu den Campern, die in diesem Sommer den Campingboom in Schwerin hautnah miterleben. Auf dem Platz im Freibad Kaspelwerder, der zu den wenigen offiziellen Wohnmobil-Stellplätzen der Landeshauptstadt gehört, finden sich in der Hauptsaison kaum noch freie Plätze.
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Was als Geheimtipp für Reisende begann, hat sich in diesem Sommer zum Massenphänomen entwickelt. Immer mehr Urlauber aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und sogar den Niederlanden machen auf dem Weg an die Ostsee Station in Schwerin – nicht etwa, weil die Seen entlang der A24 schöner wären, sondern weil der Mix aus Seenlandschaft, Schloss-Nähe und Camping-Atmosphäre Lockwirkung hat. Drei Kilometer liegen zwischen dem Platz und dem Schweriner Schloss, und der Ostorfer See liegt direkt vor der Markise.
30 Stellplätze, ein See, und eine Warteliste, die wächst
Die Freizeitanlage Kaspelwerder bietet nach offiziellen Angaben rund 30 Stellplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte, dazu kommen separate Zeltplätze für klassische Zeltcamper. Was die Anlage so attraktiv macht: Elektroanschluss, Wasserversorgung und -entsorgung sind vorhanden, es gibt einen kleinen Badestrand, einen Bootsverleih und eine Gaststätte direkt auf dem Gelände. Kosten für einen Stellplatz: 25 Euro pro Nacht in der Haupt- und Nebensaison, zwei Erwachsene inklusive. Reservierungen sind nicht möglich – wer kommt, hofft auf einen freien Platz.
„Drei Sterne für die Lage, der freundliche Besitzer macht den Rest. Reservierungen werden nicht entgegengenommen – wer da ist, ist da, und Schwerin ist ohnehin sehr sehenswert.“ – Campercontact-Bewertung
Schwerin als neue Camping-Metropole des Nordens
Die Freizeitanlage Kaspelwerder liegt idyllisch am Ostorfer See, eingebettet zwischen Schilfgürtel und altem Baumbestand – und das alles nur drei Kilometer vom Schweriner Schloss, der Altstadt und dem Marienplatz entfernt. Für Camping-Enthusiasten ist das ein unschlagbares Argument: tagsüber Stadt erkunden, abends am See grillen, nachts mit Blick aufs Wasser einschlafen. Wer Pech hat und keinen Platz ergattert, weicht auf Alternativen wie den Hangar 19, den Stellplatz an der Marina Nord am Heidensee oder den P+R-Parkplatz an der Sport- und Kongresshalle aus – wobei Letzterer wegen Bauarbeiten aktuell nicht zur Verfügung steht.
Die Devise für Spontan-Camper lautet also: früh anreisen, Glück haben, und im Zweifel den Wassertank voll machen, bevor man auf der Suche nach einem freien Stellplatz durch die Stadt kurvt. Die Ostsee ist weit weg, die Seen sind nah – und Schwerin hat gerade begriffen, dass es auf der Landkarte der Wohnmobil-Touristen ein Schwerpunkt geworden ist.
Foto: Mick Kirchman / Unsplash
Quelle: Ostsee-Zeitung
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