Schwerin bekommt ein neues Denkmal: Der frühere Landesrabbiner und Ehrenbürger William Wolff soll künftig lebensgroß auf dem Schlachtermarkt stehen. Die Bildhauerin Anna Martha Napp arbeitet dafür in ihrem Atelier in Lübow bei Wismar.
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Erinnerung mit Gesicht
Wolff, der 2020 starb, war in Schwerin weit mehr als ein Name auf einer Ehrentafel. Er war Rabbiner, Seelsorger, Brückenbauer – und jemand, der auch komplizierte Geschichte so erklären konnte, dass Menschen tatsächlich zuhörten. Ein Denkmal ist da die logische Konsequenz: Wenn schon Bronze, dann bitte mit Haltung.
Schwerin stellt seinem Ehrenbürger kein Denkmal hin, damit Tauben etwas zum Landen haben. Es soll sichtbar machen, wer diese Stadt geprägt hat.
Dass die Statue nicht irgendwo am Stadtrand verschwindet, sondern mitten im Zentrum entsteht, ist ein gutes Zeichen. Erinnerung funktioniert schließlich nicht im Keller und auch nicht nur bei offiziellen Gedenktagen. Sie muss im Alltag herumstehen und den Leuten im Weg sein – im besten Sinne.
Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob Schwerin rund um das Denkmal genug Platz für Blumen, Gespräche und gelegentliche Schulklassen lässt. Für Letztere wäre Bronze ohnehin besser als der nächste Arbeitsbogen. (schwerin)
Foto: cottonbro studio / Pexels
Quelle: NDR
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