Gesellschaft

Neue Parkautomaten in der Werdervorstadt: Besucher zahlen ab September, Anwohner schmunzeln

Wer in der Schweriner Werdervorstadt demnächst ohne Parkschein parkt, hat entweder einen Anwohnerausweis – oder eine Mutprobe bestanden. Die neuen Parkscheinautomaten stehen bereits, sind aber noch nicht in Betrieb. Ab September, nach Abschluss der Beschilderung, beginnt das große Kassenklingeln. Betroffen sind Standorte in der Ferdinand-Schultz-Straße (zwei Automaten), Robert-Koch-Straße, Amtstraße, Am Werder Wendeschleife sowie am kleinen Parkplatz an der Bootswerft Fierke.

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Die doppelte Nutzungsstruktur aus Bewohnerparken und kostenpflichtigem Besucherparken hat sich in Schwerin bewährt. Das ermöglicht eine flexiblere und gerechtere Nutzung des vorhandenen öffentlichen Parkraums.

Gerechtigkeit kostet 1,50 Euro pro Stunde

„Gerechter“ ist in diesem Fall ein dehnbarer Begriff. Besucherinnen und Besucher zahlen in Zone 2 künftig 1,50 Euro pro Stunde oder 10 Euro für ein Tagesticket. Damit lässt sich auch an den ausgewiesenen 2-Stunden-Plätzen länger parken – vorausgesetzt, der Automat hat das passende Kleingeld oder man ist bereit, die EasyPark-App zu zücken. Wer kein Smartphone mit Online-Bezahlfunktion hat, steht entweder mit Kleingeld da oder läuft halt ein Stück. So viel zum Thema „digitale Hauptstadt“.

45.000 Euro haben Anschaffung und Aufstellung der neuen Automaten gekostet. Damit wächst der Schweriner Parkautomaten-Bestand auf rund 143 Geräte. Bewirtschaftet werden sie von der Nahverkehr Schwerin GmbH – also dem gleichen Unternehmen, das schon Busse fahren lässt, die seltener kommen als die Meldung, dass sie wieder seltener kommen. Multitasking im ÖPNV-Land. Die genauen Regelungen für Bewohnerparkausweise und die Tagesticket-Preise regelt die Stadt auf ihrer offiziellen Parken-Seite.

Bewohner parken, Besucher zahlen

Dr. Bernd-Rolf Smerdka, Leiter des Schweriner Verkehrsmanagements, preist die neue „doppelte Nutzungsstruktur“. Wer einen gültigen Bewohnerparkausweis besitzt, parkt weiter kostenlos. Wer keinen hat, parkt kostenpflichtig. So weit, so logisch. Bleibt die Frage: Was macht eigentlich jemand, der im Schweriner Süden wohnt, in der Werdervorstadt arbeitet und bisher den Anwohnerparkausweis der Zone 2 nicht brauchte? Genau: Er beantragt ihn. Online. Über das Serviceportal. Und steht dann vor dem nächsten Problem, das die digitale Verwaltung mit sich bringt.

Fest steht: Werdervorstadt-Besucher dürfen sich ab September entweder auf mehr Parkschein-Druck oder auf den Fußweg freuen. Anwohner mit Ausweis lächeln still in sich hinein. Und Schwerin hat 45.000 Euro in eine Parkgebühr-Infrastruktur investiert, die dem Gemeinwohl genauso dient wie dem Stadtsäckel. Win-Win nennt man das. In Schwerin sagt man: Geil. Wir haben jetzt 143 davon. (infrastruktur)

Schwerin ist Geil. Vor allem, wenn man weiß, wo das nächste Kleingeld herkommt.

Foto: Robert So / Pexels

Quelle: xity.de

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