Wirtschaft

Schwerin leuchtet orange: Beim Tag der Geodäsie 2026 messen sich die Behörden in Begeisterung

Am 7. Juli ist es so weit: Die großen Plätze in Schwerin, Rostock und Stralsund leuchten orange. Nicht, weil dort eine Demo stattfindet. Nicht, weil irgendein Energiekonzern die Farbe übrig hatte. Nein – weil die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern zum fünften Mal den Tag der Geodäsie feiert. Mit Theodoliten. Mit Maßstäben. Und mit dem Motto „Vermessung & Geoinformation – entdecken, ausprobieren und begeistert sein“. Begeistert sein. Klar.

Vermessung der Republik – endlich auch in MV

Dass Schwerin seit Kurzem offiziell zum Weltkulturerbe gehört, ist den meisten Bewohnern bisher nicht so richtig aufgefallen. Aber bevor man das Welterbe feiert, feiert man erstmal die Vermessung. Ist ja auch viel konkreter. Da steht ein Theodolit, da ist ein Strich auf dem Boden, da kann man zuschauen. Das ist Schwerin, wie es Schwerin liebt: still vermessen, leise schimmern, möglichst nicht auffallen.

Los geht’s am 7. Juli um 10 Uhr auf dem Marienplatz. Auf dem Programm stehen unter anderem ein 3D-Scan eines Schweriner Originals (wahrscheinlich das Schloss, aber das wird noch nicht verraten) sowie Infostände rund um moderne Vermessungstechnik. Wer schon immer mal wissen wollte, wie ein Geodät den Pfaffenteich bis auf den letzten Millimeter erfasst, bekommt hier seine Antwort. Wer das nicht wissen wollte, hat trotzdem Pech: Die Stände sind da, die Plätze sind orange, und die Landesregierung freut sich. Punkt.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Vermessung seit jeher eine der wichtigsten Grundlagen für Planung, Entwicklung und nicht zuletzt für die Frage, wo eigentlich das nächste Schlagloch entsteht.

Was die Aktion tatsächlich bringt, ist eine andere Frage. Vermessung ist wichtig – keine Frage. Aber dass die Landesregierung jetzt drei Städte gleichzeitig in Orange taucht, um das zu feiern, hat schon etwas von „Wir haben sonst nicht viel zu feiern“. Man stelle sich vor, dasselbe Engagement gäbe es auch für die Sanierung der Schulen, den Ausbau des Nahverkehrs oder den Breitbandausbau im ländlichen Raum. Aber gut, das ist ein anderes Thema.

Für die Besucherinnen und Besucher heißt es: Kommen, schauen, staunen. Und wer danach immer noch nicht weiß, was ein Geodät eigentlich macht, hat wenigstens eine orangene Erinnerung an den Tag. In Schwerin nimmt man, was man kriegen kann. Das ist hier so.

Wir freuen uns drauf. Also irgendwie.

Foto: Morgan Von Gunten / Unsplash

Quelle: Regierung Mecklenburg-Vorpommern

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