Infrastruktur

Schuttcontainer stoppt Schweriner Straßenbahn: weil er zu nah am Gleis stand

Willkommen in Schwerin. Selbst die harmlosesten Verkehrsteilnehmer können hier zur Gefahr werden, wenn man sie nur richtig aufstellt.

Am Freitagmorgen hat eine Straßenbahn der NVS in der Schweriner Paulsstadt einen Bauschuttcontainer gerammt. Der Unfall passierte nahe der Haltestelle Wittenburger Straße. Der Container war am Straßenrand abgestellt worden, offenbar ein Stück zu nah an den Gleisen. Beim Vorbeifahren streifte die Bahn den Container.

Eine Polizeisprecherin bestätigte den Vorfall. Verletzt wurde niemand. Der Schaden wird auf rund 6.000 Euro geschätzt. Für etwa eine halbe Stunde kam es zu Störungen im Bahnverkehr, danach rollten die Bahnen wieder planmäßig.

Container als Verkehrshindernis

Was wie ein Kuriosum klingt, ist in Wahrheit ein altbekanntes Problem im innerstädtischen Baustellenalltag. Immer wieder werden in Schwerin Container, Material und Sperrgut so platziert, dass sie entweder den Fußweg blockieren, Radfahrer zum Ausweichen zwingen oder eben in den Gleisbereich ragen. Die Schweriner Verkehrsbetriebe haben das längst nicht mehr auf der Rechnung.

Die Polizei hat den Unfall aufgenommen. Was bleibt, ist die Frage, wie ein ausgewachsener Bauschuttcontainer unbemerkt so dicht an eine vielbefahrene Straßenbahnlinie rollen kann. Im Schweriner Stadtbild gibt es für solche Szenen mittlerweile eine eigene Kategorie: Dinge, die einfach da stehen und niemanden interessieren, bis eine Straßenbahn sie trifft.

Eine halbe Stunde Störungen im Bahnverkehr, weil ein Container zu nah am Gleis stand. In Schwerin kein Grund zur Aufregung.

Schaden nimmt die Bahn, Verantwortung bleibt diffus

Ob die Stadt, der Container-Aufsteller oder ein Dritter am Ende für den Schaden aufkommt, ist noch offen. Klar ist nur: Die Bahn kann nichts dafür, dass Gegenstände in ihren Lichtraumprofil ragen. Wer einen Container aufstellt, ist in der Pflicht, den nötigen Sicherheitsabstand zu wahren. Das gilt erst recht in Sichtweite einer Haltestelle.

In Schwerin gehört die Paulsstadt zu den Stadtteilen, in denen solche Bau- und Entsorgungsaktionen zum Alltag gehören. Sanierungen, Umbauten, Wohnungsmodernisierungen. Der Platz an den Straßen ist knapp, die Versuchung groß, den Container einfach irgendwo hinzustellen. Dass ausgerechnet eine Straßenbahn den Unterschied zwischen „passt schon“ und „passt nicht“ so deutlich markiert, hat in der Stadtverwaltung vermutlich für einige Telefonate gesorgt.

Bis die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen hat, bleibt unsere geliebte Landeshauptstadt um eine Anekdote reicher. Wir freuen uns drauf. Also irgendwie.

NVS-Straßenbahn in Schwerin

Foto: Kurt Rasmussen / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Quelle: tagesschau.de

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