Kurioses

Schaf rennt panisch über A14 – Polizei fesselt es kopfüber und parkt es auf Solarpark

Es war Dienstagnachmittag auf der A14, irgendwo zwischen Ludwigslust und Wismar, als die Realität kurz ausbüchste. Ein einzelnes Schaf – verschreckt, mittig auf der Fahrbahn, zunächst noch im Bereich der Mittelschutzplanke herumirrend – sorgte für eine Vollsperrung der Autobahn in beide Richtungen. Anderthalb Stunden brauchte die Polizei, um das Tier einzufangen. Anderthalb. Stunden. Für ein Schaf.

Nach einem Beinaheunfall sperrten die Beamten die A14 vorsorglich komplett. Das Schaf war da schon panisch über die gesamte Fahrbahn gerannt. Als es den Polizisten schließlich ins Netz ging, war es – wen wundert’s – „mittlerweile erschöpft“. Zwei Beamte fesselten das Tier und trugen es kopfüber aus dem Gefahrenbereich. Unverletzt. Wie’s weitergehen sollte, war schnell geklärt: Der Halter war zunächst unbekannt, also wurde das Schaf auf dem Gelände eines nahe gelegenen Solarparks untergebracht. Bei einer anderen Schafherde. Passt ja: Solarpark, Schafe, friedliche Koexistenz mit der einheimischen Tierwelt. So muss Energiewende.

Vollsperrung als Präzedenzfall

Die Vollsperrung wurde anschließend aufgehoben, der Verkehr rollte wieder. Was bleibt, ist die Frage, warum ein einzelnes Schaf eine Bundesautobahn für 90 Minuten lahmlegen kann. Die Antwort liegt vermutlich weniger am Schaf als an der Physik: Tier auf Autobahn, normales Auto, normales Tempo, plötzlich Tier. Da hilft nur Vollsperrung – weil keiner weiß, wo das Vieh als Nächstes hinrennt. Wer schon mal einen Goldhamster in der Wohnung gejagt hat, weiß, wie das endet. Nur mit LKWs.

„Das Tier war am Dienstagnachmittag auf der Fahrbahn in Richtung Wismar panisch über die gesamte Fahrbahn gelaufen. Rund anderthalb Stunden später gelang es ihnen, das mittlerweile erschöpfte Schaf unverletzt einzufangen.“

— Polizeimeldung A14 bei Ludwigslust

Immerhin: Das Schaf lebt, die Polizisten haben vermutlich Rücken, der Halter ist (noch) unbekannt. Schwerins Beitrag zur bundesweiten Tier-Tagesordnung: nichts. Aber wir bleiben dran. Schließlich hat Mecklenburg-Vorpommern genug Weidefläche für ein Leben auf der Überholspur.

Foto: Sefa Demirtaş / Pexels

Quelle: SPIEGEL

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