Mecklenburg-Vorpommern hat zwei Spitzenposten der Landespolizei dauerhaft besetzt. Das klingt nach einer Nachricht, bis man merkt, dass einer der beiden neuen Chefs die Behörde schon seit Monaten führt. Heiko Tesch wird Präsident des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, Arne Wurzler übernimmt dauerhaft das Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz in Schwerin. Die Landesverwaltung nennt das Kontinuität. In Schwerin sagt man dazu: Das Namensschild darf endlich kleben bleiben.
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Der NDR berichtet, dass Tesch ab August das Polizeipräsidium im Osten des Landes führt. Der Kriminalpolizist leitete bisher im Innenministerium den Bereich Kriminalitätsbekämpfung, internationale Polizeizusammenarbeit und Prävention. Zuvor war er unter anderem Chef der Rostocker Kriminalpolizei. Er kennt also Kriminalität, Ministerium und Rostock – eine Kombination, die für jedes Führungsamt in Mecklenburg-Vorpommern offenbar als komplette Ausbildung gilt.
„Mit Heiko Tesch und Arne Wurzler übernehmen zwei erfahrene Führungskräfte Verantwortung an zentralen Stellen unserer Landespolizei.“
Innenminister Christian Pegel
Dauerhaft ernannt, später eingeführt
Wurzler verlässt nach rund einem Jahr das Polizeipräsidium Neubrandenburg und wird Direktor des LPBK in Schwerin. Das Innenministerium erklärt zugleich, er habe dieses Landesamt bereits in den vergangenen Monaten geführt. Jetzt übernimmt er dauerhaft. Damit ist aus einer praktischen Lösung eine offizielle geworden – der klassische Verwaltungsfortschritt: Erst macht jemand den Job, dann wird in Ruhe festgestellt, dass er den Job macht.
Das LPBK trägt schon im Namen mehr Zuständigkeiten, als andere Behörden auf drei Organigramme verteilen würden. Zentrale Aufgaben, Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz landen unter einem Dach. Wer dort Chef wird, braucht keine kurze Stellenbeschreibung, sondern vermutlich ein Inhaltsverzeichnis. Schwerin bekommt damit nicht einfach einen Behördenleiter. Schwerin bekommt den Mann, der im Ernstfall wissen soll, welches System, welches Fahrzeug und welcher Krisenstab gerade nicht miteinander sprechen.
Zwei Posten besetzt, kein Streifenwagen mehr auf der Straße
Die Personalentscheidung betrifft zwei zentrale Führungsfunktionen. Das ist wichtig, aber es bleibt eben Führung. Auf der Straße steht dadurch kein zusätzlicher Streifenwagen, in einer Leitstelle sitzt kein Mensch mehr und kein Einsatz wird eine Minute schneller. Dafür ist nun geklärt, wer dafür verantwortlich ist, dass all das möglichst funktioniert. In der Verwaltung gilt bereits diese Klarheit als messbarer Erfolg.
Tesch übernimmt außerdem kein gemütliches Stadtbüro mit überschaubarem Revier. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg ist laut NDR für den gesamten Osten des Landes zuständig. Zwischen Küste, Seenplatte und Landesgrenze liegt genug Fläche, um jede Führungskraft daran zu erinnern, dass Mecklenburg-Vorpommern vor allem aus Entfernung besteht. Wer dort schnelle Entscheidungen treffen will, sollte zuerst prüfen, ob der Termin noch im selben Landkreis liegt.
Die offizielle Amtseinführung soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Auch das passt. Die Ernennung ist erledigt, die feierliche Einführung wird nachgereicht. Mecklenburg-Vorpommern trennt Inhalt und Zeremonie so sauber wie Schwerin Planung und Fertigstellung. Tesch kann in Neubrandenburg anfangen, Wurzler in Schwerin weitermachen und die Kalenderabteilung sucht irgendwann einen Termin, an dem alle Beteiligten gleichzeitig neben einer Urkunde stehen können.
Für die beiden Behörden ist die dauerhafte Besetzung sinnvoll. Für die Öffentlichkeit bleibt vor allem ein vertrautes Bild: Zwei erfahrene Männer wechseln oder verstetigen ihre Spitzenpositionen, das Ministerium lobt Erfahrung und Kontinuität, die Amtseinführung folgt später. Die Landespolizei ist damit organisatorisch einen Schritt weiter. Der echte Durchbruch kommt, wenn ein Behördenchef einmal länger im Amt bleibt als die Lieferzeit für das neue Türschild.
Foto: Markus Spiske / Pexels
Quelle: NDR
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