Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat zum dritten Mal den „Tag der Beteiligungen“ ausgerichtet. Auf der Tagesordnung: Bürokratieabbau, Verwaltungsmodernisierung und der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Was die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Landesverwaltung und Beteiligungen konkret beschlossen haben, bleibt im Wesentlichen offen – abgesehen von der Gewissheit, dass man sich auch im nächsten Jahr wiedersehen möchte.
„Kollege KI“ allein löst keine 200 offenen Stellen
Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue zeigte sich überzeugt: „Wir sind überzeugt, mit dem Kollegen KI können wir den Fachkräftemangel in unseren Beteiligungen und in der Verwaltung bewältigen.“ Als Verwaltung wolle man „schneller, bürgernäher und wirtschaftsfreundlicher“ werden – und die „dazu gefundenen digitalen Lösungen“ mit den Beteiligungen teilen. Was die gefundenen Lösungen im dritten Anlauf konkret sind, verriet das Ministerium nicht. „Nur gemeinsam sind wir stark“, so Geue.
Die Ironie: Während in Schwerin seit Wochen die Petermännchenfähre wegen eines Motorschadens stillliegt und keiner genau sagen kann, wie es weitergeht, während auf den Schulämtern die Akten stapeln und MVs Steuerverwaltung bundesweit Schlusslicht bei der Bearbeitungszeit ist, glaubt man in Schwerin allen Ernstes, eine Chat-Funktion im Verwaltungs-PDF-Reader sei der entscheidende Befreiungsschlag. Das „Kooperative Beteiligungsmanagement“ sei nahezu abgeschlossen, hieß es. Was auch immer das bedeutet.
„Wir sind überzeugt, mit dem Kollegen KI können wir den Fachkräftemangel bewältigen. Wenn die Anträge abgelehnt werden, fragt halt den Kollegen KI – der hat immer auf.“
– fiktiver Teilnehmer der Beteiligungen, nach der dritten Kaffeepause
Bürokratieabbau in 60 Zeichen oder weniger
Drei Themenforen, ein Abschlussstatement, ein Termin im nächsten Jahr. So sieht moderne Landesverwaltung aus. Dass die digitale Antragsbearbeitung in Mecklenburg-Vorpommern noch immer nicht flächendeckend funktioniert, dass Terminbuchungen im Bürgerbüro weiterhin vier Wochen Wartezeit bedeuten und dass die Kfz-Zulassung in Rostock für einen einfachen Vorgang gefühlt zwei Arbeitstage braucht – all das gehört offenbar nicht zum Tagesordnungspunkt „Verwaltungsmodernisierung“. Sonst hätte man es ja irgendwo erwähnt.
Fest steht: Nach dem dritten Tag der Beteiligungen weiß man vor allem, dass es einen vierten geben wird. Und Schwerin? Wartet weiter auf seine Fähre und auf den Kollegen KI.
Foto: Wesley Tingey / Unsplash
Quelle: Regierung MV
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