Schwerin — Am Sonntagabend hat ein Mercedes-Fahrer in der Lomonossowstraße die Verkehrsregeln offenbar als grobe Orientierung verstanden — und eine Ampel samt Vorgarten als Hindernisparcours interpretiert. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 70.000 Euro. Zeugen gesucht.
Was genau am Sonntagabend auf der Lomonossowstraße geschah, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Fest steht laut Ostsee-Zeitung: Ein Mercedes rammte eine Ampel, fand anschließend offenbar Gefallen an der anschließenden Freifläche und landete in einem Vorgarten. Der Vorgarten gehört jetzt der Versicherung. Der Vorgarten ist vermutlich entsetzt.
Zeugen gesucht — die Schweriner Polizei gibt sich kämpferisch
Die Polizei Schwerin sucht nun Menschen, die am Sonntagabend zufällig zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht auf der Lomonossowstraße unterwegs waren und gesehen haben, wie sich ein Auto in einen statischen Garten verliebte. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen — oder, wie ein Anwohner der Ostsee-Zeitung trocken mitteilte: „Ich hab drei Gläser Rotwein auf dem Tisch stehen, also irgendwer muss das Auto ja gefahren sein.“
„70.000 Euro Schaden, weil jemand offenbar dachte, die Ampel sei eine Empfehlung. In Schwerin muss man halt wissen: Hier kommt die Post — und die Vorgärten.“
Landeshauptstadt der Schlaglöcher, jetzt auch der Schlagbäume
Schwerin ist seit jeher die Hauptstadt der maroden Straßen — wer in der Landeshauptstadt mit dem Auto unterwegs ist, kennt Schlaglöcher, gefühlt aus der Vorkriegszeit und strategisch platziert zwischen den einzigen beiden funktionierenden Ampeln. Dass jetzt eine Ampel das Opfer eines Mercedes wurde, fügt sich nahtlos ins Bild. Nur der Vorgarten war ahnungslos.
Eine Sprecherin der Polizei wollte sich auf OSTSEE-ZEITUNG-Nachfrage nur so weit äußern, dass „der Vorgarten inzwischen professionell gesichert ist und der Mercedes keine weiteren Beete bedroht“. Ob die Ampel den Unfall überlebt hat, war bis Redaktionsschluss unklar — sie soll aber tapfer geblinkt haben, als der Wagen sie streifte. Die Ostsee-Zeitung berichtet weiter.
Was bleibt: 70.000 Euro Schaden, ein Vorgarten ohne Hecken, ein Mercedes auf dem Weg zur Inventur und die Gewissheit, dass Schwerin als Landeshauptstadt nicht nur über die schönsten Schlösser, sondern auch über die nachdrücklichsten Vorgärten verfügt — beides ziemlich ramponiert, beides ziemlich eigenwillig.
Foto: Anthony Maw / Unsplash
Quelle: Ostsee-Zeitung
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