Kultur

Stadt sucht Ideen für die Werder-Brache – Schweriner dürfen zwischen Flohmarkt und Bratwurst mitplanen

Was tun mit einer jahrelang ungenutzten Brache mitten in Schwerin? Die Lösung der Stadtverwaltung: die Schweriner fragen. Genauer gesagt lädt das Rathaus am 21. Juni zum großen Mitmach-Sonntag auf das ehemalige Stadtbeleuchtungsgelände am Werder 2 ein. Ideen für einen neuen Quartiersplatz dürfen eingereicht werden – selbstverständlich nur mündlich, vor Ort, zwischen Flohmarktstand und Bratwurstbude.

Was nach klassischer Bürgerbeteiligung klingt, ist in Wahrheit das, was man im Schweriner Amtsdeutsch wohl „Beteiligungs-Event mit Rahmenprogramm“ nennt. Livemusik, Flohmarkt und Kinderspielangebote sorgen dafür, dass die Teilnehmer beim Ideensammeln wenigstens nicht verdursten. Stadtplanung trifft Wochenendlaune – oder umgekehrt.

„Auf dem ehemaligen Stadtbeleuchtungsgelände am Werder 2 können Schweriner am 21. Juni ihre Ideen für einen neuen Quartiersplatz einbringen.“ – so der Originalton der Stadt. Was dabei am Ende rauskommt, weiß man ja: in Schwerin beschließt die Politik, in Schwerin baut die Stadt, und in Schwerin wundert man sich, wenn das Ergebnis – wie beim UNESCO-Leerstand – nicht so richtig zu den Wünschen passt.

Brache mit Aussicht – Schwerins neues Lieblingsprojekt

Die Idee dahinter ist nobel: statt hinter verschlossenen Türen planen, die Anwohner einfach mal selbst ranlassen. Nur: Wer in Schwerin schon einmal eine solche Beteiligungsrunde erlebt hat, weiß, dass die wirklichen Entscheidungen auch diesmal wieder zwischen Bauausschuss und Verwaltungsvorlage fallen. Der Aktionstag ist die Bühne, die Anwohner sind das Publikum – inklusive Bratwurst.

Trotzdem: Wer am 21. Juni zwischen 11 und 18 Uhr am Werder 2 vorbeischaut, bekommt Livemusik, Flohmarkt, Kinderprogramm (und wer schon einmal beim Geister-Center am Bleicherufer vorbeigeschaut hat, weiß: Schweriner Brachen-Träume enden oft in Beton) und die einmalige Chance, einer Stadtverwaltung zu erklären, was man sich unter einem „Quartiersplatz“ vorstellt. Mehr demokratische Teilhabe geht eigentlich nur, wenn man gleich selbst den Spaten in die Hand nimmt. Aber bis dahin ist es in Schwerin ja noch ein weiter Weg.

Foto: Vishal / Unsplash

Quelle: Schwerin-Lokal

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