Willkommen in unserer geliebten Landeshauptstadt. Wo ein Zweitplatzierter genauso feiert wie ein Erstplatzierter – Hauptsache, der Aufstieg ist im Sack. Der FC Mecklenburg Schwerin hat am letzten Spieltag der Verbandsliga tatsächlich den Sprung in die Oberliga Nordost/Nord geschafft. Per 3:2 in Penzlin. Mit Rückstand, mit Aufholjagd, mit allem, was das Herz begehrt.
Trainer André Sevecke brachte es nach dem Spiel auf den Punkt – und zwar im doppelten Sinne: „Wir gratulieren Malchow zur Meisterschaft. Wir freuen uns sehr, dass sie uns noch einmal geholfen haben.“ Aha. Also: Wir sind aufgestiegen, weil der Meister freiwillig verzichtet hat. Herzlichen Glückwunsch, FC Mecklenburg Schwerin.
Schwesig höchstpersönlich
Was so ein Aufstieg in der Landeshauptstadt bedeutet? Klar, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) höchstpersönlich sprang auf den Zug auf. „Wir gratulieren dem FCM Schwerin zum Aufstieg in die Oberliga“, ließ sie verlauten. Großes Bundesland, kleiner Verein, große Geste. So kennen wir das. Schwesig twittert, Schwesig gratuliert, das Landespresseamt verschickt das Statement im Halb-Stunden-Takt. Hauptsache, das Landeslogo glänzt auf dem Foto.
„Wir sind sehr glücklich, dass es geklappt hat. Wir werden jetzt ordentlich feiern. Für uns geht es in die Oberliga. Wir sind motiviert und schauen, was kommt.“
André Sevecke, Trainer FCM Schwerin
Der Weg nach oben – und was er wirklich kostet
Das Spiel selbst: Schwerin geriet früh in Rückstand (1:0 durch Lukesch, 13.), kämpfte sich zurück und drehte das Spiel durch Treffer von Mbouhom (36.), Pataman (57.) und Schultz (73.). Am Ende musste die Mannschaft nochmal zittern, als Penzlin in der 82. Minute auf 2:3 verkürzte. Aber hey: Am Ende zählt nur der Aufstieg. Das ist Fußball. Das ist Schwerin. Da wird gefeiert, als hätte man die Champions League gewonnen.
Für die Schweriner Fußballfans bedeutet das: Erstmals seit Jahren wieder einen Verein in einer höheren Liga. Dass die Oberliga Nordost/Nord derzeit nicht gerade das Epizentrum des deutschen Profifußballs ist, geschenkt. Hauptsache Schwerin. Hauptsache höher. Hauptsache irgendwas, das man feiern kann, ohne dass die Landesregierung gleich die nächste Förderperiode ausruft.
Dass am Ende Neubrandenburg als Dritter das Nachsehen hatte und Malchow mit der Meisterschaft auf den Aufstieg verzichtete – geschenkt. Schwerin ist drin. Punkt. Aus. Ende. Willkommen in Schwerin. Wo Aufstieg Aufstieg ist, auch wenn er nur deshalb klappt, weil der Erste nicht wollte. Aber das ist eine andere Geschichte.
Foto: TB304 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Quelle: Nordkurier
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