Gesellschaft

Nosferatu-Spinne in MV: Klima bringt den Vampir in den Garten – NABU zählt Sichtungen wie Schwerin die Parkgebühren

# Nosferatu-Spinne in MV

Sie ist braun, giftig, sieht aus wie ein Vampir und reist als blinder Passagier in Koffern. Die Nosferatu-Spinne, benannt nach einer Rückenzeichnung, die entfernt an Graf Orlok erinnert, hat Mecklenburg-Vorpommern erreicht – und das nicht zu Besuch, sondern zur Invasion. Erstmals 2022 in einem Reisekoffer in Kühlungsborn gesichtet, taucht das Tier mittlerweile auf Rügen und Usedom auf. Auch im Rest des Landes mehren sich die Meldungen beim NABU. Was nach Horrorfilm klingt, ist in Wahrheit das nächste Kapitel der Klimawandel-Chronik: Arten, die wir bislang aus dem Mittelmeerraum kannten, kommen in den Norden. Und das nicht in Badeurlaubs-Laune, sondern mit Appetit auf Mücken, Fliegen und das Gemüt aufgeregter Spaziergänger.

Eine Spinne, die wie Nosferatu aussieht – und was das über MV verrät

Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) hat das, was man in der Provinz eine prominente Markenidentität nennt: Auf ihrem Rücken prangt eine Zeichnung, die an den Vampir aus dem Stummfilm-Klassiker erinnert. Wer jetzt denkt, das sei übertrieben, hat noch nie versucht, seiner Oma zu erklären, warum plötzlich eine südeuropäische Spinne in der heimischen Gartenlaube sitzt. Die ersten Meldungen in MV waren denn auch geprägt von einer Mischung aus Panik, Ungläubigkeit und der Frage, ob man jetzt das Haus abfackeln sollte.

Die Fakten beruhigen dann doch: Der Biss der Nosferatu-Spinne fühlt sich in etwa so an wie ein Wespen- oder Bienenstich. Also schmerzhaft, aber in der Regel nicht lebensbedrohlich. Für Allergiker gilt das natürlich wie immer: Nicht ausprobieren. Wer ohnehin schon beim Anblick einer heimischen Winkelspinne hyperventiliert, sollte jetzt vielleicht nicht die Garten-Hängematte aufklappen.

„Die Spinne wird leicht mit heimischen Winkelspinnen verwechselt.“ Das sagen die Fachleute. Das sagen sie aber auch jedes Mal. Was im Klartext heißt: Wer eine Spinne sieht, ist sich nie ganz sicher, ob er jetzt die einheimische Variante oder den Vampir aus dem Mittelmeer vor sich hat. Sehr beruhigend.

Klimawandel als Reisebüro

Die Frage ist nicht ob, sondern wann: Wenn die globale Erwärmung weitergeht, wandern immer mehr Arten nach Norden. Die Nosferatu-Spinne ist nur die Vorhut. Als nächstes kommen die Zecken, die sich sowieso schon wie die Einwanderungspolizei benehmen, dann die Mücken, die im Moment in MV noch das größte Biest sind – und irgendwann vermutlich der erste kroatische Skorpion auf Usedom. Der Tourismusverband wird das dann vermutlich als „mediterranes Flair“ vermarkten.

Bis dahin gilt: Wer eine Spinne sieht, die aussieht wie Nosferatu, sollte nicht in Hysterie verfallen. Fenster auf, Spinne raus, weiterleben. Wer trotzdem unsicher ist, macht ein Foto und schickt es an den NABU. Die freuen sich. Die zählen nämlich gerade fleißig mit. Seit Januar 2026 sind beim Naturschutzbund jedenfalls „besonders viele Meldungen aus dem ganzen Land“ eingegangen – was in NABU-Statistiken in etwa so viel heißt wie: Die Kollegen haben jetzt richtig viel zu tun, weil halb Mecklenburg-Vorpommern die Kamera gezückt hat, sobald im Badezimmer eine Spinne saß.

Wir sagen nur: Willkommen in MV, Nosferatu. Genießt die Seen, die Wälder und die Herzlichkeit der Menschen. Hier beißt man sich nicht durch. Hier wird man gebissen.

Foto: NPS / Wikimedia Commons / Public Domain

Quellen: NDR MV: Giftige Nosferatu-Spinne breitet sich weiter in MV aus

Quelle: NDR MV

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