Gesellschaft

Medewege: 20 Jahre lang war hier niemand – jetzt kommen Schwesig, Ehlers und Kindergartenkinder

Es gibt Geschichten, die brauchen kein Marketing. Zwanzig Jahre lagen die Parzellen in der Kleingartenanlage Medewege brach, das Unkraut hatte die Gartenlauben längst aufgegeben. Jetzt gibt es dort Sitzgelegenheiten, eine Rutsche, eine Sandkiste – und vor allem: Besucher, die einfach kommen dürfen. Die drei nebeneinander liegenden Parzellen sind nicht mehr privat verpachtet, sondern offen für alle, die Erholung suchen.

Prominente, Kleingärtner, ein Sandarium

Bei der Eröffnung am Freitag standen sie alle nebeneinander: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Schwerins designierter Oberbürgermeister Sebastian Ehlers, Dirk Sielmann vom Bundesverband der Kleingartenvereine und Robert Kröger vom Landesverband MV. Dazu Beate Rudolf, Vorsitzende des Kreisverbands Schwerin, und Mirco Radtke, Chef der Medeweger Kleingartenanlage. Zehn bis fünfzehn Aktive haben laut Radtke mit angepackt – und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Sie pflegen die Natur und Sie bringen Menschen zusammen – das sagte Ministerpräsidentin Schwesig, die sich bei der Eröffnung als Kleingarten-Fan outete. Schwerin hat in Medewege ein Modell geschaffen, das über die Stadt hinaus wirken kann.

Gärten für Patienten, Kinder und Wildbienen

Die Begegnungsgärten sind nicht hübsch gemeint, sondern durchdacht. Patienten und Mitarbeiter der Helios-Kliniken in der Nähe können hier durchatmen, die Kinder der Kita Nidulus toben über die Wege und beobachten die Wildbienen im Sandarium. Zur Eröffnung haben die Kita-Kinder selbst gebastelte Tüten mit Blumensamen an die Besucher verteilt – die wohl charmanteste Pressemitteilung, die Schwerin in diesem Jahr produziert hat.

Ehlers, der am 6. Juli das OB-Amt antritt, versprach den Gartenfreunden ein offenes Ohr – und Sielmann sieht in Medewege ein Symbol für ein neues, offeneres Image der Kleingärtner. Ob aus den drei Parzellen ein Modell für ganz Mecklenburg-Vorpommern wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Hier hat jemand aus wildem Grün echte Begegnung gemacht. Ohne Tamtam, aber mit Wildbienen.

Foto: Anonymous / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Quelle: Nordkurier

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