Infrastruktur

Griechisches Restaurant „Dionysos“ öffnet am Montag: Puschkinstraße hat ab 11 Uhr endlich was zu bieten – nur Wein gibt’s noch nicht

Schwerin. Puschkinstraße, gegenüber vom Dom. Dort, wo sich zuletzt gefühlt seit der Wiedervereinigung Baugerüste, geschlossene Rollläden und ein Schild „Hier entsteht etwas Schönes“ stapeln, passiert jetzt tatsächlich etwas: Am Montag um 11 Uhr öffnet das griechische Restaurant „Dionysos“. Die Stadt darf kollektiv aufatmen. Oder auch nicht. Wir haben nachgefragt.

Ein langer Weg, der sich gelohnt haben soll

Eigentlich sollte das „Dionysos“ ja schon früher aufmachen. „Eigentlich“ – das ist in Schwerin-Puschkinstraße ein dehnbarer Begriff. Umbauarbeiten, Genehmigungen, Abstimmungen, weitere organisatorische Schritte. Also alles, was man in MV so braucht, um eine Küche, einen Tresen und ein paar Tische hinzustellen. Wer hier nicht ausgebildeter Antragsteller ist, hat verloren.

„Lange genug gewartet“ — Betreiber des Dionysos, vor der Eröffnung am Montag

Die Betreiber bitten derweil um Verständnis. Verständnis wofür genau? Dafür, dass es in Schwerin offenbar Monate dauert, einen Griechen aufzumachen? In Athen hätte man in der Zeit dreimal die Akropolis restauriert. Aber hierzulande ist das Genehmigungsverfahren Teil des Konzepts. Wer in der Puschkinstraße einen Toaster anstellt, braucht erstmal eine Bürgerversammlung.

Ohne Wein. Erstmal.

Das Beste kommt zum Schluss: Es wird kein Alkohol ausgeschenkt. Nicht mal Ouzo, nicht mal Metaxa, nicht mal der kleine billige Retsina, den griechische Touristen sonst schon aus Prinzip trinken. Nichts. Null. Die Schankgenehmigung fehlt noch. Die offizielle Eröffnungsparty ist deshalb verschoben – auf unbestimmte Zeit. Heißt im Klartext: Man kann ab Montag Gyros essen gehen in Schwerin, aber Wein dazu muss man sich selbst mitbringen. Aus dem Rucksack. Wie auf dem Schulhof.

Geöffnet wird täglich von 11 bis 22 Uhr. Küchen-Team ist mit der griechischen Küche bestens vertraut, versichern die Betreiber. „Verlässliche Qualität, authentische Gerichte, echte Gastfreundschaft.“ Was nach dem Songtext klingt, könnte beim ersten Besuch trotzdem die nüchterne Wahrheit sein. Warten wir’s ab. Nach den Erfahrungen der Schweriner Gastro-Landschaft darf man die Erwartungen auch ruhig auf „Hauptsache, es macht auf“ kalibrieren.

Montag. 11 Uhr. Puschkinstraße. Wer hingeht, weiß: griechisches Essen in MV geht. Griechisches Essen mit Wein in MV geht noch nicht. Das wird schon. Irgendwann. Vielleicht nach der nächsten Schankgenehmigungs-Reform. Oder der übernächsten.

Foto: An. Antoniou / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Quelle: schwerin.news

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