Infrastruktur

Baustellen-Pöbler in Plate: Bauarbeiter werden bedroht – CDU antwortet mit Bratwurst

Es gibt eine spezielle Spezies von Autofahrer in Mecklenburg-Vorpommern: Die Sorte, die eine Umleitung persönlich nimmt und am liebsten auch die Bauarbeiter dafür bestrafen würde. Auf der Baustelle der Friedrich-Wehmer-Straße in Plate sind diese Zeitgenossen in den vergangenen Wochen mehrfach ausfällig geworden. Jetzt hat der CDU-Gemeindeverband eine kreative Antwort gefunden – Bratwurst.

Wenn der Weg zur Arbeit drei Minuten länger dauert

Seit dem 18. Mai ist die Kreisstraße in Plate voll gesperrt. Grund: Sanierung einer Fahrbahn, die laut Anwohnern „von Absätzen, Rissen und Senken geprägt“ war und auf der bei Starkregen Wasser unkontrolliert auf angrenzende Grundstücke lief. Klingt nach einem Projekt, das am Ende allen nützt. Doch anstatt sich einfach zu gedulden, ignorierten zahlreiche Autofahrer die Absperrungen, fuhren durch den Baubereich und nahmen sich offenbar heraus, die Bauarbeiter zu beschimpfen, zu bespucken und sogar zu bedrohen. Auch Schranken, die eigentlich den Schülerverkehr und berechtigte Anwohner durchlassen sollten, wurden demoliert.

„Wer bei diesen Temperaturen auf einer Baustelle arbeitet, verdient Respekt und Anerkennung. Stattdessen mussten einige von ihnen Beschimpfungen und Anfeindungen erleben. Das geht nicht.“

– Ronald Radscheidt, CDU-Gemeindeverband Plate

Bratwurst als Waffe

Am Donnerstagmittag rückte der CDU-Gemeindeverband mit Eis am Stiel, gekühlten Getränken und einer Rostbratwurst an. „Wir wollten den Mitarbeitern einfach zeigen, dass die große Mehrheit hinter ihnen steht“, sagt Ronald Radscheidt. Während draußen die Sonne auf den frisch aufgerissenen Straßenkörper brennt und die Bagger dröhnen, wurde wenigstens für einen Moment Mittagspause mit Wurst sein. Eine schöne Geste – die gleichzeitig eine bittere Wahrheit offenbart: In Deutschland brauchen Bauarbeiter inzwischen öffentliche Solidaritätsbekundungen, weil sie sonst von ihren eigenen Mitbürgern beschimpft werden. Vielleicht wäre die Investition in weniger Schikanen am Bauzaun langfristig günstiger – aber Bratwurst geht natürlich auch. Und falls die Pöbler demnächst zurückkommen: Es gibt noch Bratwurst. Wer in Schwerin öfter unter Vollsperrungen leidet, kennt das Gefühl – siehe drei Wochen Sperrung für einen Schweriner Gehweg.

Foto: Nicolas J Leclercq / Unsplash

Quelle: Nordkurier

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