Das Straßenbanksy sollte bei der 235. Kunst- und Antiquitätenauktion des Schweriner Auktionshauses fürstlich verkauft werden. Man stellte sich wahrscheinlich vor, wie die internationalen Sammler aus London, New York und Tokio anrufen würden. „Haben Sie noch das Banksy? Das nehmen wir!“ Und dann? Stille. Total Stille. Wie in einer Schweriner Innenstadt an einem Dienstagabend.
Ein Wal, der nicht mal angebissen hat
Das Werk zeigt eine Ratte mit einem „I love NY“-T-Shirt. Auf einer Folie aufgeklebt auf ein Straßenschild. Der offizielle Name des Künstlers: Unbekannt. Die Vermutungen: Robin Gunningham aus Bristol. Aber gesichert ist das nicht. Muss man auch nicht wissen, Hauptsache teuer.
„Ich hab ja gedacht, das wäre was für mein Wohnzimmer. Aber 6.500 Euro für ein Schild mit ’ner Ratte drauf? Nee, dann lieber beim Möbelhaus.“
— Schweriner Bürger, der anonym bleiben wollte
Und während die Schweriner jetzt wahrscheinlich denken: „Hätten wa’s nehmen sollen — sind 6.500 Euro nicht wirklich viel für ein Original von wem auch immer“, ist die Enttäuschung im Auktionshaus groß. Das Werk bleibt erstmal in der Ausstellung. Heißt: Niemand will es, aber es steht noch da. Wie so mancher Laden in der Schweriner Innenstadt.
Die Ironie des Ganzen
Banksy steht für Street Art. Für rebellische Kunst, die auf der Straße entsteht, gegen den Mainstream, gegen das System. Und jetzt? Kommt es nach Schwerin, wird auf ein Schild geklebt, bekommt einen Startpreis von 6.500 Euro und findet trotzdem keinen Käufer. Das ist nicht nur ein Misserfolg für das Auktionshaus. Das ist fast schon eine performance.
Man stelle sich vor: Ein Werk, das weltweit in Museen hängt und für Millionen über den Ladentisch geht, findet in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern keine einzige Person, die es haben will. Für 6.500 Euro. Nicht mal 7.000. Die hätte man ja noch verhandeln können. Aber nein. Komplett nichts.
„Vielleicht ist es ein Zeichen. Vielleicht gehört Straßenkunst auch einfach auf die Straße. Und nicht in irgendwelche Auktionshäuser in Schwerin.“
— Kunsthistorikerin (Name der Redaktion bekannt)
Das Werk kann weiterhin ersteigert werden. Der Katalog mit allen Kunstwerken, Münzen, Schmuck und Antiquitäten findet sich unter www.auktionshaus-schwerin.de. Für alle, die immer noch meinen, 6.500 Euro für eine Ratte auf einem Schild wäre eine Investition.
Das Auktionshaus hat sich offiziell noch nicht geäußert. Man arbeite „intensiv an neuen Konzepten“, hieß es. Vielleicht sollte man es erstmal mit etwas versuchen, das die Schweriner auch wirklich interessiert. Werbung für die Auktion vielleicht? Oder eine vernünftige Parkplatzsituation? Aber das wäre ein anderes Thema.
Foto: Banksy / Wikimedia Commons Quelle: NordkurierSchwerin ist Geil auf WhatsApp
Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.
Jetzt Kanal abonnierenKostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar
