Der Späti-Bürokratiehammer schwebt über Schwerins UNESCO-Welterbe
In Schwerins Altstadt wird gezählt. Und gezählt. Und gezählt. Die Stadtverwaltung soll jetzt offiziell prüfen, ob es eine Obergrenze für Spätis geben kann. Das Ergebnis wird voraussichtlich sein: Naja, theoretisch vielleicht, praktisch eher nicht.
Die Unabhängigen Bürger/FDP haben den Prüfantrag gestellt. Fraktionschef Manfred Strauß sagt, man sei „nicht gegen die Spätis“. Natürlich nicht. Man ist nur für eine „gewisse Regelung“. Was auch immer das heißen soll. Offenbar reicht es nicht, dass jemand einfach einen Späti aufmachen will. Irgendjemand in der Verwaltung soll jetzt erstmal feststellen, ob das rechtlich überhaupt möglich ist.
Wir sind nicht gegen die Spätis und nicht gegen die Betreiber. Ziel sei vielmehr, dass es in der Innenstadt eine gewisse Regelung gibt.
— Manfred Strauß, Fraktionschef Unabhängige Bürger/FDP
Das Problem: Rechtlich ist es verdammt schwer zu unterscheiden, ob in einem leerstehenden Laden ein Bekleidungsgeschäft, ein Restaurant oder ein Späti einzieht. Und eine Begrenzung im Welterbe-Bereich? Da braucht man schon sehr gute Argumente. Die Verwaltung soll bis September Ergebnisse liefern. Bis dahin werden weiter Spätis eröffnet. Weil Beamte prüfen langsam.
Derweil haben Anwohner andere Sorgen: Lärm, Müll, Partymeile. Aber hey, wenigstens wird geprüft. Das ist ja auch schonmal was.
Foto: Hermann Luyken / Wikimedia CommonsQuellen: Nordkurier Schwerin, Landeshauptstadt Schwerin
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