Am Waldrand zwischen Friedrichsthal und Herren Steinfeld türmt sich ein Berg aus Ziegeln, Betonbrocken und Dämmmaterial. Mitten im Wald. Illegal entsorgt. Die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) bestätigen: Ja, schon wieder. Und nein, man kann nichts machen.
Wilder Müll im Wald — schon wieder
Die illegale Müllkippe ist kein Einzelfall. Erst im Februar lagen dort große Müllbeutel mit weißem Dämmmaterial. Jetzt, Monate später, liegt der nächste Schuttberg. Und das an einer Stelle, die laut SDS angeblich kein Brennpunkt ist. Achtung: Das hier ist kein Witz — die Stadt sagt tatsächlich, die Stelle sei grundsätzlich kein Brennpunkt. Offenbar definiert man in Schwerin „Brennpunkt“ als „konstant überwacht“, was bedeutet: alles andere ist kein Brennpunkt.
Die Kosten werden sich für diese Entsorgungen dort auf mehrere hundert Euro belaufen. Die exakten Zahlen liegen noch nicht vor.
— SDS Schwerin
Mehrere hundert Euro. Für die Beseitigung. Hinzu kommen Personalkosten, Verwaltungsaufwand, Koordination. Und das alles, weil jemand zu faul war, einen Container zu mieten. Oder eine Deponiegebühr zu zahlen. Die liegt bei 50 bis 150 Euro pro Tonne. Für Bauschutt. Nicht die Welt, wenn man professionell entsorgen will.
„Eine wirkliche Handhabe ist kaum gegeben“
Das Zitat ist von den SDS. „Eine wirkliche Handhabe ist kaum gegeben.“ Sprich: Man kann nichts tun. Außer die Bürger um Hinweise bitten. „Konkrete Zeugenaussagen — Ort, Zeit, Kfz-Kennzeichen — können zur Identifizierung der Müll-Sünder führen“, heißt es. Klar. Einfach die Bürger das machen lassen, wofür man als Stadt bezahlt wird.
Und die Lösung der Stadt auf das Problem? Hinweise sammeln. Die Täter rar machen. Vielleicht eine Kamera aufstellen. Aber nicht 24/7, denn das wäre ja unverhältnismäßig. Stattdessen lieber den Steuerzahler zahlen lassen, dass Irgendwer seinen Bauschutt im Wald abkippt.
Das Beste daran: Die Stelle liegt nachts gut einsehbar. Das wissen die Täter. Also werden sie genau dann aktiv, wenn niemand mehr unterwegs ist. Und am nächsten Morgen wundern sich die Spaziergänger, warum der Wald aussieht wie eine Baustelle. Irgendwann hört man dann auf, sich zu wundern. Und gewöhnt sich dran. Wie an alles hier.
Ähnlich war das beim Aschenbecher-Desaster oder dem Pächter-Chaos auf Kaninchenwerder. Stadtverwaltung = permanent im Reaktionsmodus. Das ist kein Zufall.
Quellen: Nordkurier
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