Wenn gute Absichten zum Problem werden
Die Feuerwehr rückt aus. Sirene an, Blaulicht an, Durchsagen im Funk: „Einsatz an der Unglücksstelle, bitte freie Bahn für die Rettungskräfte.“ Doch wenn die Retter ankommen, brennt nichts. Der Rauchmelder hat falschen Alarm geschlagen. Der Aufzug ist einfach steckengeblieben. Die Wohnungstür ging nicht auf – weil der Mieter keinen Schlüssel mehr hatte. Willkommen im Alltag deutscher Feuerwehren, wo die Einsatzhäufigkeit von Fehlalarmen die tatsächlichen Brände längst überholt hat.
„Früher hatte man als Feuerwehrmann einen Sack Kartoffeln zu tragen. Heute rücken wir aus, weil jemand eine Scheibe Brot im Toaster hat verbrennen lassen. Nicht schlimm, aber auch nicht der Rieseneinsatz.“
In Mecklenburg-Vorpommern, wo die Freiwilligen Feuerwehren das Rückgrat des Brandschutzes bilden, wird das Problem besonders deutlich. Die Landeshauptstadt Schwerin bildet da keine Ausnahme: Wenn nachts der Alarm kommt, sind innerhalb von Sekunden 30 bis 40 Kameraden auf den Beinen – freiwillig, unbezahlt, motiviert. Nur leider manchmal für einen Fehlalarm.
Warum Fehlalarme zunehmen
Die Gründe für die steigende Zahl an Fehlalarmen sind vielfältig. Da wären zunächst die technischen Geräte: Rauchmelder, die bei jedem Staubkorn in der Luft anschlagen, Aufzugsnotrufsysteme, die bei jeder Kleinigkeit eine Meldung absetzen, und Alarmanlagen, die schon bei einem vorbeifliegenden Hund losgehen. Hinzu kommen die menschlichen Faktoren: Unachtsamkeit beim Kochen, nicht bediente Herdplatten, vergessene Kerzen.
Die Konsequenz: Ehrenamtliche Feuerwehrleute verbringen ihre Freizeit mit dem Rausfahren zu Nichteinsätzen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Und irgendwann stellt sich die Frage: Wie lange machen die das noch mit?
Foto: Mark König / Unsplash
Quellen:
- NDR.de: „Stress für die Feuerwehr – Immer mehr Fehlalarme“
- Feuerwehr-Gewerkschaft: Statistik Fehlalarmquoten 2025
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