Pier 7. Ein Name, der klingt wie aus Hamburg. Oder München. Irgendwas mit Hafen und Anspruch. In Schwerin. Zwischen Schloss und Parkplatz. Aber hallo. Die Gäste kommen, sie sehen den See, sie sehen das Schloss, und dann bezahlen sie 50 Piepen für ein Menü mit Sicht auf das, was man in MV sonst so kennt: Regen, Wind und die Frage, ob man die Miete noch zahlen kann.
Lage, Lage, Lage – das ist alles. Der Rest ist Deko. Hatten die beim Briefing.
Schwerin kann auch protzen. Wenn man’s kann.
Die Betreiber sagen: „Unser Vorteil ist die Lage.“ Ja, klar. Was auch sonst? In Schwerin ist die Lage immer der See, das Schloss, oder die Autobahnabfahrt. Mehr hat MV nicht zu bieten. Aber OK, Schlossblick ist Schlossblick. Da kann man schon mal 50 Euro dalassen. Für die Hoffnung, dass Mecklenburg-Vorpommern vielleicht doch nicht komplett am Arsch ist.
Der Rest der Stadt schaut zu. Während im Pier 7 die Sektgläser klingen, werden in der Steinstraße die Gehwege repariert. Für 400.000 Einwohner braucht man drei Monate für zwei Straßen. Im Pier 7 braucht man drei Stunden für ein Fünf-Gänge-Menü. Weltrettung ist eben nicht gratis. Aber Schwerin ist Geil. Auch ohne Sicht auf’s Schloss.
Foto: Calum Lewis / Unsplash
Quellen: Ostsee-Zeitung / Google News
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