Endlich tut sich was in Schwerin. Die Stadtvertretung hat in ihrer Mai-Sitzung beschlossen, was Bürger anderer Metropolen längst kennen: Wer muss, der zahlt. Ab sofort kostet der Gang zur öffentlichen Toilette 50 Cent. Das Mecklenburgische Eigengewicht ist endlich einen App-basierte payment gateway wert.
Fünf Standorte, fünf Cent-Zettel
Betroffen sind zunächst fünf Standorte: die Toilettenanlage am Schlachtermarkt im Keller, die oberirdische Anlage am Schlachtermarkt, die Toilette am Altstadtparkplatz in der Grünen Straße, am Platz der Freiheit und am Berliner Platz. Man merkt: Die Landeshauptstadt hat die Qual der Wahl gehabt. Von 221 öffentlichen Toiletten (laut Presseportal) auf genau die fünf Standorte zu kommen, die das nötig haben – das erfordert Vision.
Das Entgelt beträgt 50 Cent pro Nutzung. Betroffene Standorte werden mit Automaten oder Zugangssystemen (QR-Code, Kartenzahlung, App) ausgestattet. Ausgenommen sind Träger des Euro-Schlüssels.
Euro-Schlüssel – die Flatrate für Blasen
Und dann gibt es noch den Euro-Schlüssel. Das ist dieser Universalschlüssel für Menschen mit Behinderung, der Zugang zu barrierefreien Toiletten in ganz Europa gewährt. Wer so einen hat, darf weiterhin kostenlos – weil der Staat sich bei der Inklusion wenigstens nicht auch noch eine goldene Nase verdienen will. Respekt.
Die Beschlusslage liest sich wie ein Guide für Fortgeschrittene im Kommunalmanagement: Ausgefertigt am 20. April, bekannt gemacht am 30. April, in Kraft seit 1. Mai. Wer am 2. Mai noch 50 Cent auf der Toilette loswerden wollte, hat Pech gehabt und muss jetzt in die Bürgermeisterei. Wobei – vielleicht war das sogar die Idee. Stärkt den Gemeinschaftssinn.
Foto: Pexels (CC0)
Quellen: schwerin.news
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