Die Zahlen lügen nicht
Schwerin steckt tief in der roten Null. Ursprünglich waren minus 33 Millionen Euro geplant. Dann kam die Haushaltssperre und verbesserte die Lage rechnerisch auf minus 18 Millionen. Und jetzt? Macht die Stadtverwaltung den nächsten Schritt – und landet bei minus 20,5 Millionen zum Jahresende. Sparen? Offensichtlich ein Fremdwort.
„Die bereits im Vorjahr gestarteten Spar- und Steuerungsmaßnahmen hätten bislang nicht die gewünschte Wirkung entfaltet.“
Jugend und Soziales: Die ewigen Problemzonen
Wo es hingeht mit dem Geld? Jugendhilfe und Soziales. Allein der Teilhaushalt Jugend braucht 4,2 Millionen Euro mehr als geplant. Steigende Entgelte bei freien Trägern, mehr Fallzahlen, höhere Kosten. Die Verwaltung versucht seit einem Jahr zu sparen – und die Zahlen zeigen: Es funktioniert nicht.
Im Sozialbereich sieht es ähnlich aus. Hilfe zur Pflege, Eingliederungshilfe – zusammen rund 2,2 Millionen Euro Mehrbedarf. Pflegeeinrichtungen erhöhen die Kosten teilweise um zehn Prozent. Schwerin zahlt, Schwerin zahlt, Schwerin zahlt.
Gewerbesteuer als Tropf auf den heißen Stein
Immerhin: Die Gewerbesteuer soll bei 63 Millionen Euro liegen – leicht über dem Ansatz. Und die Übernachtungssteuer könnte höher ausfallen. Das klingt erstmal gut, ist aber wie ein Eimer Wasser in ein sinkendes Schiff.
Fazit: Schwerin hat ein strukturelles Problem. Die Ausgaben steigen, die Einnahmen reichen nicht. Und die Verwaltung macht seit einem Jahr dasselbe – und wundert sich, dass es nicht besser wird. Vielleicht braucht’s ja doch mal ’ne echte Strategie.
Foto: RitaE / PixabayQuellen: schwerin.news / Bericht Finanzrechnung 30.04.2026 / Stadt Schwerin
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