Der See ist da. Die Wärme auch. Nur die Umsetzung ist mal wieder kompliziert.
Schwerin. Stadt der Seen. Stadt der Möglichkeiten. Stadt, die es mal wieder nicht hinbekommt, die offensichtliche Lösung umzusetzen. Der neue kommunale Wärmeplan zeigt: Der Schweriner See könnte theoretisch 60,2 Gigawattstunden pro Jahr liefern. Praktisch? Fehlanzeige. Vogelschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Genehmigungen, Kleingärten – die üblichen Verdächtigen. (schwerin)
Das rechnerische Potenzial klingt ja auch vielversprechend: 60,2 GWh pro Jahr. Wärmepumpen, Nahwärmenetze, alles kein Problem. Nur: Wenn es draußen kalt ist – also genau dann, wenn man Heizwärme braucht –, sinkt auch die verfügbare Leistung. Schön blöd, aber so ist das halt mit der Physik.
Die Eignung der Seethermie wird im Wärmeplan als gering eingeschätzt.
Na super. Da hat man 1,2 Millionen Euro für einen Wärmeplan ausgegeben, und das Ergebnis ist: „Wärme aus dem See wäre theoretisch geil, aber geht nicht.“ Der Ziegelsee schafft es immerhin auf 1,1 GWh pro Jahr – falls irgendjemandem das reicht.
Immerhin: Detailuntersuchungen sollen folgen. Man wird also weiter prüfen, ob man das, was man gerade verworfen hat, dann doch nochmal prüfen kann. Konkreter Fahrplan? Fehlanzeige. Aber die Verwaltung arbeitet dran. Immer. Solange es niemanden stört, dass nichts passiert.
Fazit: Schwerin hat einen See, der theoretisch heizen könnte. In der Praxis wärmt man sich lieber mit der Hoffnung auf irgendwelche Detailuntersuchungen. Das Klima dankt es jedenfalls nicht.
Foto: Harald Hoyer / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0
Quellen: schwerin.news, Kommunaler Wärmeplan Schwerin
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