Infrastruktur

Schwerin investiert 16 Millionen in Straßen: Reicht das für die Landeshauptstadt oder ist das nur ein Witz?

Landeshauptstadt investiert in ihre Straßen — weil es gar nicht anders geht

Schwerin. Die Stadt, die es sich leistet, keine ICE-Verbindung zu haben, aber offenbar nicht genug Geld, um auch nur eine einzige intakte Straße zu besitzen. Jetzt kommt die frohe Botschaft: Der städtische Eigenbetrieb SDS hat ein brandneues Straßenunterhaltungskonzept für 2026 bis 2029 vorgelegt. Und darin stehen Zahlen, die selbst den optimistischsten Schwerin-Fan dazu bringen, erstmal tief durchzuatmen.

16 Millionen Euro. In vier Jahren. Für eine Stadt mit rund 96.000 Einwohnern, deren Hauptbahnhof eher wie ein Geisterbahnhof aussieht und deren Straßen sich vor sich hin modernisieren.

„Ich dachte immer, 16 Millionen wären viel. Bis ich angefangen habe, mir die Zustandskarte von Schwerins Straßen anzuschauen. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher.“

Der SDS kennt keine Gnade — die Schadensbewertung ist schonungslos

Was der SDS da vorlegt, ist im Grunde eine detaillierte Zustandskarte für Schwerins Straßen — inklusive Prioritätenliste, Schadensbewertung und geplanter Baustellen. Man könnte meinen, die Stadt habe endlich verstanden, dass man Infrastruktur nicht nur mit Pressemitteilungen flicken kann.

Das Konzept ist für den Zeitraum 2026 bis 2029 angelegt. Vier ganze Jahre. Während andere europäische Städte über gigantische Infrastrukturprogramme diskutieren, darf sich Schwerin darauf freuen, dass bis 2029 ein Teil der wirklich katastrophalen Straßen wenigstens „befriedigend“ sein könnte.

„Als ich gehört habe, dass Schwerin 16 Millionen in die Straßen investiert, dachte ich erst, es wäre ein Witz. Dann habe ich mir die Schadensbewertung angeschaut. Jetzt weiß ich: Es ist absolut realistisch, wenn nicht sogar optimistisch.“

Die bittere Pointe: Schwerin ist die Landeshauptstadt von MV

Und hier kommt das Detail, das die Sache wirklich absurd macht: Schwerin ist nicht irgendeine Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern. Nein, es ist die Landeshauptstadt. Der Ort, an dem die Landesregierung sitzt, in dem der Landtag tagt, und von dem aus die politischen Weichen für das gesamte Bundesland gestellt werden.

Und diese Landeshauptstadt investiert 16 Millionen in ihre Straßen. In vier Jahren. Zum Vergleich: Allein die Kosten für einen einzigen neuen ICE-Bahnhof — sollte Schwerin jemals einen bekommen — würden das Vielfache kosten.

Aber hey, immerhin gibt es in Schwerin den Pfaffenteich. Der ist wenigstens immer schön anzuschauen. Auch wenn man darauf nicht fahren kann.

Foto: Editor5807 / Wikimedia Commons / CC BY 3.0

Quellen: schwerin.news, NDR MV

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