Vier Männer aus Schwerin stehen im Verdacht, 2022 das Kelten Römer Museum in Manching bei Ingolstadt ausgeraubt zu haben. Ein Goldschatz von historischem Wert verschwand. Jetzt, fast vier Jahre später, suchen Goldspürhunde aus Ungarn erneut ein Grundstück in Plate bei Schwerin ab. 411 Goldmünzen sind noch weg. Die Ermittler geben die Suche nicht auf. Man könnte fast Mitleid haben.
60 Einsatzkräfte, Goldspürhunde aus Budapest, eine Betonmauer in Plate
Eine Drohne zieht ihre Kreise über Plate. Darunter: ein Grundstück mit Betonmauer, Ermittler, Technik, Spürhunde. 60 Einsatzkräfte des bayerischen Landeskriminalamtes durchsuchen das Anwesen des Hauptbeschuldigten. Spürhunde aus Ungarn — zum Nationalmuseum Budapest gehörend — kommen zum Einsatz. Cocker Spaniel und Schäferhund, darauf trainiert, Gold zu riechen. Das ist, so der Pressesprecher, „schon etwas sehr Besonderes“.
„Wir unternehmen heute noch einmal den Versuch, die restlichen Stücke des Goldschatzes von Manching zu finden. Bei einer der ersten Durchsuchungen konnte ein kleiner Teil gefunden werden, es fehlen aber immer noch 411 Goldmünzen“, erklärt Fabian Puchelt, Pressesprecher des LKA Bayern. Das klingt nach Geduld. Oder Resignation. Bei 411 von mutmaßlich 483 Münzen, die noch fehlen, ist die Quote nicht unbedingt ermutigend.
Das Grundstück wird mit Radartechnik durchleuchtet. Die Bodenplatte des Hauses. Das gesamte Gelände. Möbel werden Stück für Stück zerlegt, Räume vermessen, mit Bauplänen abgeglichen. Parallel dazu sucht ein Banknotenspürhund aus MV nach größeren Bargeldmengen. Die Ermittler vermuten, dass neben dem Gold auch Erlöse aus früheren Taten versteckt sind. Man sammelt hier also nicht nur Münzen. Man sammelt Verdachtsmomente.
Raubgräber-Republik Mecklenburg-Vorpommern
Die Geschichte ist bemerkenswert. Ein Kelten-Goldschatz verschwindet aus Bayern, die Spur führt nach Mecklenburg-Vorpommern, genauer nach Schwerin, noch genauer nach Plate. Vier Schweriner Männer werden angeklagt. Das作案手法 ist international, die Ausführung lokal. In Bayern klaut man Museen, in MV versteckt man die Beute. Und wenn die Beute nicht gefunden wird, dann war das Versteck halt gut genug.
Was sich auf dem Gelände in Plate abspielt, gleicht kriminalistischer Feinarbeit im Millimeterbereich. Die Ermittler geben nicht auf. Sie bleiben dran. Seit fast vier Jahren. Man muss ihnen das zugutehalten. Oder man muss sagen: Wenn man nach vier Jahren immer noch 411 Münzen sucht, dann war das Konzept der Landesverwaltung von Beuteverstecken offenbar ziemlich durchdacht.
Interessant wird es, wenn man den Fall größer denkt. In MV werden nicht nur Waschbären invasiv. Hier etabliert sich langfristig auch eine gewisse Infrastruktur für organisiertes Verbrechen. Man hat die Lage. Man hat das Gelände. Man hat die Erfahrung. Und man hat mit Plate ein Grundstück, auf dem vier Jahre nach der Tat noch Goldspürhunde aus Budapest zum Einsatz kommen. Das ist, wenn man so will, fast eine touristische Attraktion. Für Kriminaltourismus. Die Provinz, die selbst in dieser Disziplinprovinzielldenkt.
Und währenddessen sucht das Landeskriminalamt Bayern weiter. Mit 60 Einsatzkräften. Mit Spürhunden. Mit Radar. Mit der Hoffnung auf 411 Münzen. In Plate. Bei Schwerin. Willkommen in Mecklenburg-Vorpommern. Hier ist nicht nur die Verwaltung langsam. Auch die Strafverfolgung braucht gelegentlich etwas länger. Nur die Waschbären breiten sich schneller aus als erwartet.
Quellen: Nordkurier, RP Online, ZEIT
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