Ende 2025 sollte sie fertig sein. Dann Ende 2026. Jetzt? Anfang 2028. Die Radsporthalle im Lambrechtsgrund wird zum ewigen Baustellen-Denkmal einer Stadt, die es nicht schafft, ihre eigenen Zeitpläne einzuhalten. Das ist kein Einzelfall. Stahlbauunternehmen gekündigt, europaweite Neuvergabe nötig, Gesamtkosten offen. Die Stadt hält am Projekt fest – ob aus Trotz oder Überzeugung, lässt sich kaum noch unterscheiden.
Was ursprünglich als sportliche Errungenschaft geplant war, wird zur Chronologie des Versagens
Ursprünglich sollte die neue Radsporthalle bis zum 31. Dezember 2025 fertig sein. Jetzt rechnet die Verwaltung mit Anfang 2028. Das ist kein Verzug mehr. Das ist eine Zeitreise in eine Zukunft, die Schwerin sich selbst verbaut hat. In Schwerin ist das kein Einzelfall. Der Stahlbau – zentrales Gewerk, Herzstück des Projekts – muss europaweit neu ausgeschrieben werden. Das Unternehmen, das den Vertrag hatte, wurde gekündigt. Warum? Offiziell nichts. Inoffiziell traut sich niemand, es auszusprechen.
Zwischen den Zeilen wird deutlich: Die Stadt will verhindern, dass sich eine ähnliche Situation im weiteren Verlauf wiederholt. Das klingt nach Learnings. Ist aber nur das Eingeständnis, dass die Vergabe von Anfang an schiefgelaufen ist.
Der Eigenanteil der Stadt ist auf 3,5 Millionen Euro gedeckelt. Das Sozialministerium MV ist informiert. Baustopp steht nicht zur Debatte – weil ein Baustopp bedeuten würde, zuzugeben, dass das ganze Ding ein Fehler war. Also macht Schwerin weiter. Punkt. Egal was es kostet. Egal wer es verursacht hat. Egal wie lange es dauert.
Foto: Michał Gąsior / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Quellen: schwerin.news
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