Udo Lindenberg wird 80. Und wie es sich für einen echten Panik-Präsidenten gehört, feiert er groß. Zur Feier des Tages hat er sich im Hamburger Stilwerk eine Ausstellung namens „Udoversum“ hingeplant – und prompt wurde der gesamte Star-Frack am Hamburger Fischmarkt aufgefahren. Ganze Heerscharen von Fans in schwarzen Anzügen, Hüten und Sonnenbrillen. Der Mann kann’s noch. Und er vergisst dabei seine ostdeutschen Fans nicht.
„Spacey moments in Schwerin“ – Udo Lindenberg und die Liebe zum Osten
Zitat Lindenberg: „Ey, schick mal ’nen fetten Gruß rüber an all die panischen Rocker und Nachtigallen im Osten, ja? Die ganzen spacigen Momente bei meinen Blitz-Stippvisiten in Schwerin und Rostock… Ey, das ist hier drüben (Udo tippt sich mit dem Finger auf die Brust), ganz tief drin in meiner Alt-Rock-Zentrale verankert. Logo, ey!“
„Die Spacetrips in Schwerin waren immer besonders. Da ist was am Laufen, was man in Hamburg so nicht kriegt. Ich meine, der Osten hat einfach eine andere Energie. Und wenn du da über den Marktplatz läufst und das Schloss siehst – das hat schon was.“
Schwerin und Udo Lindenberg – das ist eine Geschichte, die schon seit Jahren geht. Der Mann war schon zig Mal in der Landeshauptstadt. Bei Konzerten, bei spontanen Auftritten, bei Blitzvisiten, die so überraschend waren, dass selbst die lokale Presse manchmal nichts mitbekam. Und jetzt, wo er 80 wird, schickt er Grüße rüber. Das ist nett. Das ist mehr, als die meisten aus dem Westen je tun würden.
Denn seien wir ehrlich: In einer Zeit, in der der Osten sich oft genug als vergessene Region fühlt – da ist es schon nice, wenn einer der größten deutschen Musiker sich an die Menschen in Schwerin und Rostock erinnert. Auch wenn es nur ein Gruß ist. Auch wenn es im Rahmen einer glamourösen Hamburger Ausstellung passiert, auf der sich die Prominenz aus ganz Deutschland die Klinke in die Hand drückt.
Was bleibt, ist ein differenziertes Bild: Einerseits ist es gut, dass Udo Lindenberg den Osten nicht vergisst. Dass er sich an seine Auftritte in Schwerin erinnert und den Menschen dort Grüße schickt. Andererseits sollte man sich auch nicht zu viel darauf einbilden. Denn ein Gruß ist ein Gruß. Und eine funktionierende Infrastruktur, eine lebendige Innenstadt und eine Stadt, die sich weiterentwickelt – das ist mehr wert als ein social-media-reifes Zitat von einem 80-jährigen Rockstar.
Schwerin kann den fetten Gruß von Udo Lindenberg gebrauchen. Aber es braucht vor allem eins: Liebe. Und zwar nicht in Form von philosophischen Rock-Star-Zitaten, sondern in Form von echter Unterstützung für die Region. Vom Land, vom Bund, von den Menschen, die hier leben. Das ist die eigentliche Baustelle. Aber hey – wenigstens schickt der Panik-Präsident Grüße. Das ist mehr, als man von vielen anderen erwarten kann.
Foto: Hawobo / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 Quelle: NordkurierSchwerin ist Geil auf WhatsApp
Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.
Jetzt Kanal abonnierenKostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar