Gesellschaft

Nach 20 Jahren Planung: Schwerin will Siebendörfer Moor endlich nass machen

Zwei Jahrzehnte. So lange braucht man offenbar in Schwerin, um ein Moor nass zu machen. Der neueste Verwaltungsakt aus dem Rathaus: Das Siebendörfer Moor soll jetzt, endlich, revidiert werden. Zwei Jahrzehnte, in denen man hätte Bücher schreiben, Kinder kriegen oder einfach质保 – äh, Erfolg haben können.

Der Weg zum feuchten Boden

Das Siebendörfer Moor ist 900 Hektar groß. Ungefähr 250 Hektar davon sollen jetzt endlich zurück in einen Zustand versetzt werden, der nicht der Diagnose „Trockenlegung“ entspricht. Laut Verwaltung ist der erste Spatenstich für September 2026 geplant. Bauzeit: sieben Monate. Man könnte meinen, das ist ein Witz. Ist es aber nicht. Das Planfeststellungsverfahren dauerte 17 Jahre. Siebzehn. Jedes Jahr ein Planfeststellungseingang. Jedes Jahr ein neuer Einwand von Gemeinden. Jedes Jahr eine Runde „Lass ma(g) drüber nachdenken“.

Der entsprechende Grünordnungsplan stammt bereits aus dem Jahr 2003. Das Planfeststellungsverfahren begann 2007. 2017 wurde es neu aufgerollt. 2022 lag ein überarbeiteter Entwurf vor. 2024 kam der Beschluss. Jetzt, 2026, soll endlich gebuddelt werden.

Zwischenzeitlich wurde auch Munitionsbergung betrieben – Blindgänger entschärft, Sprengungen durchgeführt. Das Moor lag also nicht nur trocken, sondern auch noch mit Bomben unterm Rasen. Hätte man früher gewusst, hätte man das Thema vermutlich komplett gecancelt.

Und die Klimabilanz?

Die Stadt verspricht sich von der Maßnahme eine CO₂-Einsparung von 21.800 Tonnen über 50 Jahre. Das klingt beeindruckend. Aber: Für die offizielle kommunale Klimabilanz zählt das nicht. Die Stadt rechnet nach BISKO-Methode, und da sind Moore offenbar nicht vorgesehen. Man rettet also das Klima offiziell nicht – macht es aber trotzdem. Wie bei vielen Dingen in dieser Stadt.

Übrigens: Während Schwerin also um ein Moor kämpft, kämpft das Land um Geld. Die Steuerschätzung prognostiziert eine massive Finanzlücke. Und apropos endlose Planung: Das Schweriner Welterbe kämpft ebenfalls mit Baustellen.

Foto: Hanna Lazar / Unsplash

Quellen: schwerin.news

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