Gesellschaft

Märchenhaft! NDR dreht Weihnachtsfilm in Schwerin – das Schloss sieht aus wie bei Disney

Es regnet in Strömen, aber das Filmteam hat sich nicht abhalten lassen: Der NDR dreht aktuell seinen neuen Weihnachtsmärchenfilm „Die Prinzessin und der Stalljunge“ am Schweriner Schloss. Und weil es so schön märchenhaft ist, sieht das Schloss laut Darstellerin Tomomi Themann „aus wie bei Disney“ – was vermutlich als Kompliment gemeint war.

Disney? In Schwerin? Da hat jemand die Realität verstanden

Das Team trotzt dem Sauwetter seit Tagen. 15 Produktionstage, vier Lkw voller Technik, eine Felsengrotte als Regen-Notausweich: Der NDR meint es ernst mit seinem Märchenfilm. 2027 soll das Ding im Ersten laufen – pünktlich zum dritten Advent, wenn ganz Deutschland genervt die Wiederholung guckt und denkt „ach, der schon wieder“.

Ich bin sehr dankbar, dass wir hier sein dürfen.

Das sagte Tomomi Themann, den Schirm kurz beiseite legend. Man kann verstehen, dass sie dankbar ist – Disney-Feeling in Schwerin, das ist tatsächlich etwas Besonderes. Normalerweise vergleicht man Schwerin eher mit Disney-World: riesengroß, weitgehend leer, und wenn man lange genug sucht, findet man irgendwo eine Prinzessin.

Das Schweriner Stadtmarketing war natürlich auch vor Ort. Katharina Groth verspricht sich „viel Aufmerksamkeit“ von dem Dreh. Wenigstens irgendjemand, der sich in dieser Stadt Aufmerksamkeit verspricht. Die restlichen 96.000 Einwohner sind eher damit beschäftigt, den Regen von ihren kaputten Dächern zu wischen.

NDR-Redakteur Ole Kampovski schwärmt derweil von MV als „eines unserer liebsten Bundesländer“. Na ifür. Wenn man in Hamburg sitzt und kurz vor der Haustür einen Märchenschloss hat, der nicht mal einen ICE-Bahnhof hat – ja, dann ist das schon ein Lieblingsbundesland. Wen’s nicht erwartet, der freut sich auch über kleine Wunder.

Die echte Pointe: Das Wetter wird im Film „aufgehellt“

Aufnahmeleiter Marco Kossinna hat versichert: Alles kein Problem, das Wetter „kann man im Film aufhellen“. Danke, Marco. Das ist wie beim Essen: Wenn die Suppe kalt ist, macht man sie einfach wärmer. So einfach. Und genau so funktioniert hier offenbar auch Stadtentwicklung: Hauptsache, auf dem Bildschirm sieht alles gut aus.

Im Burggarten standen die Techniker unter Zelten, frierend, während die Darsteller zwischen Take und Schirm hin und her sprangen. Der Stalljunge schlich sich durch die Wache, die Prinzessin floh, alles sehr dramatisch. In der Grotte war man dann wenigstens trocken – was für ein Kontrastprogramm zum Rest von Schwerin, wo es außerhalb der Grotten nirgendwo trocken ist.

Immerhin: Das Schloss ist zumindest auf dem Bildschirm mal nicht das einzige, was Schwerin vorzuweisen hat. Die Stadtmarketing-Dame will, dass „möglichst viele Menschen die Stadt besuchen“. Vielleicht klappt das ja, wenn der Film 2027 läuft und die Menschen nach dem Anschauen denken: „Mann, das Schloss sieht ja gar nicht so schlecht aus – maybe sollte man mal hinfahren.“ Oder sie gucken aus dem Fenster, stellen fest, dass es bei ihnen auch regnet, und bleiben doch lieber auf dem Sofa.

Foto: Matthias Bethke / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Quelle: NDR.de

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