Zwei Lidl-Filialen in Schwerin öffnen jetzt auch sonntags. Für alle, die unter der Woche keine Zeit haben. Oder keine Lust. Oder beides. Oder die einfach in einer Welt leben wollen, in der Sonntagen ein beliebiger Wochentag ist. Wer’s braucht. Braucht’s halt.
Sonntags einkaufen: Der letzte Schritt auf dem Weg zur vollständigen Entgrenzung der Arbeitswelt. Oder: Bequemlichkeit siegt. Mal wieder.
Und die Anwohner? Die schimpfen. Natürlich.
Die einen freuen sich. Die anderen beschweren. Das ist wie immer, wenn irgendwas Neues kommt: Die einen sagen „Endlich!“, die anderen sagen „Früher war alles besser“. Meistens haben beide irgendwie recht. Und beide irgendwie nicht.
Die Anwohner, die sich beschweren, haben natürlich einen Punkt. Oder auch nicht. Kommt drauf an, ob man selbst zu den Sonntagseinkäufern gehört oder zu denen, die sonntags gerne Ruhe hätten. Das ist wie beim Grillen im Park: Wer’s macht, findet’s gut. Wer daneben wohnt, findet’s nicht.
Aber mal ehrlich: Wenn der Lidl sonntags aufmacht, ist das doch nur ein Symptom. Das Symptom einer Gesellschaft, die nicht mehr weiß, was sie mit ihrer Zeit anfangen soll. Unter der Woche arbeiten, am Wochenende einkaufen, abends Netflix, nachts pennen, morgens wieder von vorn. Oder wie war das?
Schwerin ist Geil. Auch sonntags. Vor allem sonntags. Da kann man auch gleich zuhause bleiben und samstags einkaufen.
Foto: Alnatura / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0 de
Quellen: Nordkurier
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