Schwerin hat es wieder getan. Die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern präsentierte heute stolz ihre Pläne für die Landesgartenschau 2035 – und zwar mit dem gebührenden Abstand von sechs Wahlperioden, drei Oberbürgermeistern und ungefähr 847 Stadtratsbeschlússen, die bis dahin vermutlich vergessen sein werden.
Neun Jahre Vorfreude ist noch nicht genug
Die Pläne sehen vor, dass Schwerin in neun Jahren eine spektakuläre Gartenschau abbekommt. Neun Jahre. Das ist exakt die Zeit, die in anderen Bundesländern reicht, um ein Bahnhofs-WC zu renovieren. Die Schweriner Planungsabteilung nutzt diese Vorlaufzeit offenbar, um sicherzugehen, dass bis 2035 wirklich niemand mehr weiß, wer sich das ursprünglich ausgedacht hat.
Wir haben bereits ein Konzept für 2035. Das liegt im Rathauskeller neben den Akten von 2019 und dem verlorenen Schlüssel für den Schloss-Aufzug.
Die beteiligten Architekten schwärmen von Blühphasen, die bis zum Horizont reichen, und investieren bereits jetzt millionenschwere Machbarkeitsstudien in die Frage, ob man 2035 auch wirklich einen Garten aufstellen kann. Fortschritt durch Aktenlage.
Grün, grüner, Gartenschau
Geplant sind unter anderem ein „Erlebnis-Zugang“ zum Pfaffenteich, ein QR-Code am Marktplatz, der auf eine Webseite von 2035 verweist, und natürlich eine Gastronomiefläche, die spätestens 2034 in eine Besenkammer umgewandelt wird.
Die Bürgerinnen und Bürger dürfen derweil weiter träumen. Von was genau, ist offen. Aber immerhin: In neun Jahren gibt es Blumen. Und das ist mehr, als die meisten Städte in dieser Zeit schaffen. (schwerin)
Foto: Jakob Stöberl / Pexels
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Quelle: www.ndr.de
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