
Schwerin (SIG) –
Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat am Mittwoch die Landesbauordnung reformiert. Mit den Stimmen von SPD, Linke und Grünen wurden die Vorschriften für den Neubau und Umbau gelockert. Das Ziel: mehr Wohnraum, schnellere Genehmigungen, niedrigere Kosten. Die Umsetzung: Decken runter, Brandschutz auch, und Barrieren? Naja, mal gucken.
„Wir schaffen überflüssige Vorschriften ab und machen Bauen einfacher.“ — Rainer Albrecht, SPD-Fraktionssprecher
Zu den konkreten Änderungen gehört unter anderem die Absenkung der Mindestraumhöhe in Bestandsgebäuden: Künftig reichen 2,30 Meter statt der bisherigen 2,50 Meter. Das spart Material, das spart Geld, das spart – naja, Raum. Für Menschen, die mit 2,30 Meter Deckenhöhe leben müssen, ist das ein echtes Raumgefühl-Upgrade. Oder wie es in der Immobilienbranche heißt: „Gemütlich kompakt.“
Barrierefreiheit: Wer will da noch ne Rampe?
Doch nicht nur die Raumhöhe wurde gestrichen. Auch Vorgaben zu Brandschutz, Abstandsflächen, Barrierefreiheit und Aufzugspflicht wurden „überarbeitet“ – sprich: gelockert. Wer in Mecklenburg-Vorpommern künftig ein altes Gebäude umbauen will, braucht sich keine Sorgen mehr um solch nebensächliche Dinge wie Fluchtwege oder Rollstuhlgerechtigkeit zu machen. Hauptsache, es wird gebaut. Irgendwas. Schnell.
Die Koalition aus SPD, Linke und Grünen preist die Reform als großen Wurf für bezahlbares Wohnen. Die Logik: Wenn man einfach alles erlaubt, wird Wohnen automatisch günstiger. Fachleute haben daran leise Zweifel angemeldet. Noch leiser als die Barrierefreiheit in den neuen Bauplänen.
Schwerin und Umgebung dürfen sich also freuen: In ein paar Jahren wird hier niemand mehr das Gefühl haben, in einer fensterlosen Kostenzone zu wohnen. Stattdessen: 2,30 Meter Decke, kein Aufzug, kein Fluchtweg – und das alles für nur 8,50 Euro pro Quadratmeter warm. All-inclusive, versteht sich.
Die Opposition aus CDU und FDP stimmte erwartungsgemäß dagegen. CDU und FDP forderten stattdessen eine echte Bauoffensive ohne Deregulierung. Sprich: Mehr bauen, aber bitte mit Decke drüber. Ein bisschen, möchte man meinen.
Foto: Acabashi / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Quelle: Schwerin-Lokal
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