Politik

Hotel-Leiche in Schwerin: Zwei Millionen Euro futsch, neue Hoffnung = neues Desaster?

Schwerin. Da stand er also, der Traum vom Nobelhotel in der Friedrichstraße. Ein denkmalgeschütztes Gebäude, ehemals Staatsbank der DDR, sollte zu einem Vier-Sterne-Superior-Hotel namens „Le Tresor“ werden. Rund 100 Zimmer, geplante Eröffnung Sommer 2025. Geplant. Das Stichwort ist „geplant“.

Von der visionären Baugrube zum investorenlosen Loch

Dann kam die Realität. Der österreichische Hotelentwickler Udo Chistée meldete Insolvenz an, und mit ihm diverse Firmen. Die Bauarbeiten stockten, Arbeiter und Firmen blieben auf offenen Rechnungen sitzen. Die Eröffnung wurde verschoben, erst auf Sommer 2026, dann auf irgendwann. Vielleicht auch gar nicht.

Jetzt gibt es immerhin neue Hoffnung: Der vorläufige Insolvenzverwalter Nicolas Rebel verkündet, man führe „Gespräche mit mehreren Interessenten“. Über einen Verkauf. Das klingt erstmal gut, oder? Ha.

„Die ehrgeizigen Projekte in Schwerin und Greifswald könnten möglicherweise doch noch realisiert werden.“

Das ist Quark. Wenn ein Hotelprojekt nach Insolvenz eines Investors wieder verkauft wird, dann nicht, weil plötzlich alles besser wird. Sondern weil irgendjemand glaubt, aus der Misere noch Profit ziehen zu können. Hoffnungsvoll aber sinnfrei.

Schaut man sich die Fakten an, wird es absurder: Für das Schweriner Projekt flossen bereits knapp zwei Millionen Euro an Fördermitteln von Bund, Land und Stadt. Das Geld ist weg. Die Fassade? Voll mit Graffiti und teils mit Brettern vernagelt. Die Passanten schauen traurig, und die Nachbarn warten. Und warten. Und warten.

Zwei Millionen Euro, einfach so

Was hier passiert ist, hat System: Erst wird ein ambitioniertes Projekt präsentiert, politisch abgesegnet, Fördermittel fließen. Dann stellt sich heraus, daß der Investor mehr versprochen hat, als er halten kann. Die Steuerzahler blechen, das Gebäude verrottet, und irgendwann kommt ein neuer Investor und kauft den Schaden für einen Appel und ein Ei.

Das einzig Positive: In Greifswald am Museumshafen gibt es angeblich „fortgeschrittene Verhandlungen“ mit einem Interessenten. Das ist doch mal was. Eine Bodenplatte in bester Lage, ein paar endlose Gespräche, und vielleicht – vielleicht! – steht da irgendwann ein Hotel.

Fazit: Wer in Schwerin ein Luxushotel bauen will, sollte erstmal ein einfaches bauen. Oder besser: Erstmal gar nichts. Denn anscheinend ist das Risiko geringer als das Risiko, wieder zu scheitern.

Foto: Krzysztof Golik / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Quellen:
Nordkurier: Baustopp nach Insolvenzen

Quellen:

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