Mueßer Holz, Schwerin. Eine Hamburgerin hat sich entschieden, ins Mueßer Holz zu ziehen. Die Ostsee-Zeitung hat darüber berichtet. Man kann davon halten, was man will – aber man muss es wohl oder übel zur Kenntnis nehmen.
Plattenbau: Für manche immer noch exotisch
Die Frau kommt also aus Hamburg. Einer Stadt, in der die Mieten so hoch sind, dass man für eine Zweizimmerwohnung inklusive Küche drei Generationen arbeiten muss. Und jetzt wohnt sie im Mueßer Holz. In einem der Plattenbau-Stadtteile, die Schwerin seit Jahrzehnten prägen. Wie ein Überbleibsel aus einer Zeit, als „Wohnungsbauprämien“ noch ein Wort waren, das Menschen in Erregung versetzte.
Irgendwann muss man ja mal raus aus der Stadt, in der alles 30 Euro für einen Kaffee kostet.
Das Mueßer Holz hat etwa 6.000 Einwohner. Reihenhausoptik aus den Siebzigern. Die Aufzüge funktionieren meistens. Im Sommer gibt es Grünflächen, auf denen tatsächlich Menschen sitzen. Seltenerheit.
Warum nicht?
Schweriner Altstadt mit Schloss? 15 Minuten mit dem Bus. Ostsee? 45 Minuten. Einkaufsmöglichkeiten? Vorhanden. Ruhe? Relativ. Und für den Preis einer kleinen Hamburger Abstellkammer bekommt man hier eine Dreizimmerwohnung mit Balkon. Ja, der Balkon ist klein. Aber man kann ihn benutzen.
Für Schweriner, die seit 30 Jahren hier leben, klingt das Mueßer Holz vielleicht nicht nach dem Traum. Für jemanden aus Hamburg, der mehr als 500 Euro Warmmiete im Monat für eine Bruchbude bezahlt hat – nun ja. Da relativiert sich vieles.
Foto: Leonhard Niederwimmer / Unsplash
Quellen: Ostsee-Zeitung / Google News
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