Manchmal braucht es einen Geocacher, damit ein Stadtteil sauber wird. Pascal Zesewitz aus Schwerin hat am Samstag eine „Cache In Trash Out“-Aktion im Mueßer Holz organisiert. 20 Freiwillige sind gekommen. Nach einer Stunde waren die Säcke voll. Die Bilanz: Müll ohne Ende, ein bisschen Gemeinschaftsgefühl, und das gute Gefühl, dass auch Zugezogene aus Sachsen und der Ukraine mitanpacken.
Mueßer Holz: Schöner Stadtteil, schlimmer Zustand
Wer regelmäßig durchs Mueßer Holz fährt, kennt das Bild: Zigarettenschachteln auf der Wiese, Plastikbeutel im Gebüsch, daneben eine Baustelle. Am Samstag hat sich eine bunte Truppe aufgemacht, das zu ändern. Bewaffnet mit Müllgreifern und Handschuhen vom örtlichen Bauhof. 20 Leute, darunter auch Kinder. „Wir wohnen hier und warum sollen wir nicht als Vorbilder den Kindern zeigen, wie man anpackt“, sagte Manka Heuer, eine der Helferinnen. Das ist eine Haltung, die man in Schwerin öfter gebrauchen könnte.
Jens Sauer, Zugezogener aus Sachsen, und Organisator Pascal Zesewitz riefen zur CITO-Aktion auf. 20 Teilnehmer, ein paar Stunden Arbeit, viele volle Säcke.
Was auffällt: Die Aktion wurde nicht von der Stadt organisiert, nicht vomAmt, nicht von der Stadtreinigung. Sondern von einem Geocacher. Der Gedanke dahinter: Wer regelmäßig mit dem Rad durchs Viertel fährt und dabei die Augen offen hält, sieht den Handlungsbedarf. Also организован er selber. Das ist so eine Art von Eigeninitiative, die in Deutschland eher selten ist. Und wenn, dann wird sie übersehen.
Nachbarschaft, die funktioniert
Was auch auffällt: Oksana Bilotkach, die vor vier Jahren aus der Ukraine nach Deutschland kam, war auch dabei. „Ich lebe hier und bin somit selbstverständlich dabei“, sagte sie in fließendem Deutsch. Freiwilligenarbeit als Integrationsmotor. Das klingt wie ein Satz aus einem Rathaus-Flyer, aber hier war es tatsächlich so. Menschen, die zusammenarbeiten, ohne sich vorher zu kennen. Und am Ende gibts belegte Brötchen und ein gutes Gefühl. Das muss man nicht so oft erleben in dieser Stadt. Aber wenn, dann ist es gut.
Das ist ein bisschen wie die Bürger-Ehrung in Vorpommern — nur umgekehrt. Dort wird gespart, hier wird freiwillig angepackt. Vielleicht liegt Schwerins Problem nicht im Geld, sondern in der Frage: Wer organisiert eigentlich die guten Ideen?
Foto: Vitaly Gariev / Unsplash
Quellen: Nordkurier
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