Gehwegparken: Schwerin setzt auf langsamen Rückbau
Schwerin hat das Problem erkannt, will es aber nicht lösen. Zumindest nicht sofort. Die Antwort der Stadt auf eine Bürgerfrage zeigt: Ein pauschales Verbot des Gehwegparkens ist nicht geplant. Stattdessen setzt man auf „schrittweise Änderungen“ – was immer das heißen mag.
Würde das Gehwegparken sofort unterbunden, könnten sich die Probleme in benachbarte Straßen verschieben.
Das ist natürlich ein tolles Argument: Wenn wir das Problem hier nicht lösen, löst es sich woanders. Genial, irgendwie. Nur für die Fußgänger, Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle ist das kein Trost.
70 Prozent Autobesitz – und kein Platz
Die Stadt verweist auf eine Studie: Rund 70 Prozent der Schweriner Haushalte besitzen mindestens ein Auto. Deshalb gibt es „Parkdruck“ in den Wohngebieten. Klar, wenn 70 Prozent ein Auto haben, ist Parken ein Problem. Aber muss man deswegen Gehwege zuparken? Die Antwort der Verwaltung: Naja, nicht pauschal verbieten, aber schrittweise was machen. Irgendwann. Mal gucken.
Schwerin sieht das Problem, will es aber nicht per großem Schnitt lösen.
Als konkretes Beispiel nennt die Stadt die Walther-Rathenau-Straße. Dort soll demnächst instandgesetzt werden, und dabei wird das Gehwegparken aufgehoben. Das ist dann wohl die berühmte „schrittweise“ Lösung: Erst wenn ohnehin gebaut wird, gibt es auch Änderungen. Für Fußgänger heißt das: Abwarten und auf Straßenbau hoffen.
Der Kommunale Ordnungsdienst überwacht immerhin das unerlaubte Parken. Wenn jemand zu schlecht parkt, kann das auch abgeschleppt werden. Kosten trägt der Verursacher. Kleiner Trost für alle, die zu Fuß unterwegs sind und sich durchsetzen müssen.

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