Die Schweriner Politik hat mal wieder bewiesen, wie man es schafft, ein gesellschaftlich relevantes Thema komplett zu verfehlen. Linke und Grüne wollten ein Verbot privaten Feuerwerks. Der Hauptausschuss hat abgestimmt: 9 dagegen, 2 dafür, 1 Enthaltung. Abgelehnt. Am 11. Mai entscheidet die Stadtvertretung – aber das Ergebnis ist absehbar. Schwerin wird auch 2026 in Silvester versinken, während die Stadtverwaltung hilflos danebensteht.
Das Problem: Bürokratie schlägt Vernunft
Die Antragsteller hatten recht – und trotzdem verloren. Ja, Feuerwerk verursacht Verletzungen. Ja, Tiere leiden unter dem Lärm. Ja, Feinstaub, Abfall, Brände. Alles korrekt. Aber das Ordnungsamt, vertreten durch Silvio Horn (Unabhängige Bürger), hat den Antragstellern den Wind aus den Segeln genommen: Ein allgemeines Feuerwerksverbot für die ganze Stadt sei rechtlich nicht möglich. Der Bund hat das Sprengstoffrecht abschließend geregelt.
Kommunen könnten lediglich bestimmte Verbotszonen festlegen. Das ist alles. Mehr ist rechtlich nicht drin. Und deshalb bleibt Silvester in Schwerin das, was es immer war: ein infrastrukturelles Desaster, das jedes Jahr aufs Neue billigend in Kauf genommen wird.
Was bleibt, ist der Vorschlag: Professionelles Feuerwerk oder eine „moderne Licht- oder Lasershow“ als Alternative. Klingt gut. Ist aber ein Treppenwitz. Denn wer in Schwerin ein zentrales, professionell organisiertes Feuerwerk organisiert, braucht Genehmigungen, Budget, Personal – und am Ende steht der Vorschlag in keinem Haushaltsplan. Weder Linke noch Grüne haben konkrete Mittel dafür bereitgestellt. Es war Symbolpolitik mit Lücken.
Was wirklich passiert: Die Stadt redet über Verbote, hat aber keine rechtliche Handhabe. Die Verbotszone? Wurde nie konkretisiert. Das professionelle Feuerwerk? Bleibt ein unfinanziertes Versprechen. Und die Bürger werden weiterhin Böller werfen, weil es niemand kontrolliert und niemand sanktioniert. Die Politik hat versagt – nicht weil die Ziele falsch waren, sondern weil die Umsetzung von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.
Foto: epSos.de / Wikimedia Commons (CC BY 1.0)
Quellen: Nordkurier
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