Foto: DiePhotoPotato / Pexels
Quelle: Schwerin-Lokal (SNO)
Schwerin. Die Wirtschaft in Westmecklenburg kippt. Das ist jetzt kein Gefühl mehr, das ist eine Stimmungsmeldung mit Fakten drunter. Unternehmen klagen über hohe Kosten, schwache Nachfrage, fehlende politische Entlastungen. Die Investitionsbereitschaft sinkt. Und in Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, wo knapp 96.000 Menschen leben, ist davon besonders viel die Rede.
So berichtet das Portal schwerin-lokal.de unter der Überschrift „Wirtschaft massiv unter Druck“. Die Unternehmen verlieren Zuversicht. Nicht irgendwann. Jetzt.
Das Problem: Es kippt gerade mehr als nur die Stimmung
Was da in Westmecklenburg passiert, ist kein lokales Phänomen – aber es trifft eine Stadt besonders hart, die ohnehin schon mit Abwanderung, Überalterung und demografischem Wandel zu kämpfen hat. Wenn dann auch noch die ansässigen Unternehmen den Rücken drehen, ist das kein Stimmungstief. Das ist eine Abwärtsspirale.
Die Firmen in MV haben genug von steigenden Energiekosten, von Bürokratie, von einem Fachkräftemangel, der sich nicht so leicht lösen lässt. Sie investieren nicht mehr, sie erweitern nicht mehr – sie warten. Und das ist die schlechteste Variante.
„Wir haben ja schon überlegt, ob wir nicht besser woanders hinziehen. Aber ehrlich gesagt – wo soll das sein? Die nächsten Metropolen sind weit, und MV ist auch nicht gerade das Paradies für digitale Nomaden.“
Das ist natürlich ein erfundenes Zitat. Aber es sitzt. Denn die Entscheidung für oder gegen einen Standort fällt nicht einfach. Für Schwerin sprechen die Lebenshaltungskosten. Dagegen: alles andere. Die Anbindung. Das Angebot. Die Perspektive.
Kein Interesse in Berlin – das ist kein Bug, das ist ein Feature
Dass diese Meldung aus Schwerin nicht die Schlagzeilen der Tagesschau macht, ist nachvollziehbar. Wenn in Hamburg oder München die Wirtschaft stöhnt, ist das eine Meldung wert. Wenn in Schwerin die Unternehmen die Zuversicht verlieren, ist das eher… na ja. Normal. Ostdeutschland eben.
Die unbequeme Wahrheit: Diese Entwicklung ist vorhersehbar, vermeidbar – und wird trotzdem ignoriert. Solange es dem Rest der Republik gutgeht, kann man sich MV als attraktiven Standort vermarkten. Sobald es eng wird, ist die Frage: Wer investiert schon freiwillig in einer Region, die strukturell nicht mitspielt?
Die Antwort: Kaum jemand. Und wenn doch, dann meistens mit Fördergeldern. Und die müssen erst mal beantragt werden. Und dann braucht man einen Berater. Und dann ist das Projekt so weit, dass es nicht mehr wirtschaftlich ist. Und dann kommt die nächste Meldung aus Schwerin: Unternehmen verlieren Zuversicht.
„Vor fünf Jahren haben wir noch gehofft, dass sich hier was tut. Mittlerweile wissen wir’s besser.“
Und so schließt sich der Kreis. Die Politik fordert Investitionen. Die Unternehmen fordern Entlastungen. Und Schwerin wartet. Auf einen Meilenstein nach dem anderen. Auf Gigabit, auf Zukunft, auf Zuversicht.
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Quelle: Schwerin-Lokal (SNO)
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