Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern hat ein neues Präventionsprojekt: „Cannabis Alarm“. Dabei handelt es sich um einen Escaperoom, in dem Schüler der 9. und 10. Klasse lernen, wie gefährlich Cannabis ist. Wie? Indem sie ihre Schule vor dem bösen Kraut retten. buchstabiere: Sie lösen Rätsel. Über Cannabis.
„Die Schule als drogenfrei retten“ – ohne erhobenen Zeigefinger
Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) ist begeistert. „Ganz ohne erhobenen Zeigefinger und auf Augenhöhe werden die Jugendlichen unterhaltsam und spielerisch aufgeklärt“, schwärmte sie beim Start des Projekts. Das Konzept: Wie bei einem normalen Escaperoom müssen Schüler Rätsel lösen. Nur dass die Rätsel dieses Mal nicht „Wie öffne ich die verschlossene Tür?“, sondern „Was passiert eigentlich mit meinem Gehirn, wenn ich kiffe?“ lauten.
„Ich freue mich, wenn möglichst viele Schulen bei uns im Land das Programm nutzen“, sagte Drese. Wohlwissend, dass der Konsum von Cannabis seit zwei Jahren legal ist. Außer für Under-18-Jährige. Die aber jetzt in einem Spiel lernen sollen, warum sie es nicht konsumieren sollten. Klingt logisch. Oder?
Das Projekt kommt nicht aus MV, sondern aus Schleswig-Holstein. Die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) hat es weiterentwickelt. Finanziert wird es mit „vom Land bereitgestellten Mitteln zur Stärkung der Cannabissuchtprävention“. Heißt: Steuergeld. Für einen Escape Room. Über Drogen. In einer Zeit, in der der Konsum legal ist.
Jeder Landkreis bekommt zwei Klassensets – für nur 50 Euro die Stunde
LAKOST-Geschäftsführerin Birgit Grämke erklärte, jedes Landkreise und die beiden kreisfreien Städte hätten „mindestens zwei Klassensets“ erhalten. „Ohne die finanzielle Förderung des Landes wäre das nicht möglich gewesen.“ Das ist gut investiertes Geld, findet die Landesregierung. Schließlich müssen die Jugendlichen nicht mit echten Joints hantieren, sondern nur mit Infos über deren Wirkung. Das ist wie Segeln ohne Wasser. Oder wie eine Fahrradprüfung ohne Fahrräder.
„Die verschiedenen Elemente sind sehr hochwertig“, urteilte Grämke über das Projekt, das im Nachbarland gestartet wurde. Man stelle sich vor: Die Schleswig-Holsteiner haben zuerst getestet, ob Jugendliche lieber einen Escape Room über Cannabis machen oder einen über Alkohol. Ergebnis: Cannabis hat gewonnen. Aus welchen Gründen auch immer.
Fazit: Mecklenburg-Vorpommern gibt Steuergeld für einen Escape Room aus, in dem Jugendliche lernen, dass Cannabis gefährlich ist. In einem Land, in dem Cannabis legal ist. Für Menschen ab 18. Die im Escape Room nicht sitzen, weil sie jünger als 18 sind. Irgendetwas stimmt hier nicht. Aber Drese freut sich.
Bild: US Air Force / Wikimedia Commons (Public Domain)
Quellen: Regierung MV, LAKOST MV
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