Politik

40 Jahre Wuppertal-Partnerschaft: Schwerin hat nicht mal einen Plan fürs Jubiläum

Seit dem 9. Februar 1987 besteht die Städtepartnerschaft zwischen Schwerin und Wuppertal. Im kommenden Jahr wird diese Verbindung 40 Jahre alt. Ein 40-jähriges Jubiläum kommt nicht überraschend. Man könnte erwarten, dass eine Landeshauptstadt mit 18 Monaten Vorlauf zumindest anfängt, sich Gedanken zu machen. Man könnte. Die Realität in Schwerin sieht anders aus.

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Interne Abstimmung — das neue Planen

Eine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN/Die PARTEI brachte ans Licht, was viele vermutlich schon wussten: Die Verwaltung befindet sich in der „internen Abstimmung zu möglichen Formaten und Planungen“. Konkrete Festlegungen gibt es nicht. Ein abschließendes Konzept existiert nicht. Die Gespräche mit der Partnerstadt Wuppertal stehen noch am Anfang. Das gemeinsame Programm wird, so wörtlich, „geprüft und vorbereitet“.

Entsprechende Beteiligungsformate für Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Verbände und Institutionen würden im weiteren Verlauf geprüft und berücksichtigt, heißt es aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Man darf das so übersetzenellen: Es gibt noch gar nichts. Aber man ist dabei, sich zu überlegen, ob man sich vielleicht irgendwann etwas überlegt.

Das Büro des Oberbürgermeisters. Nicht das Amt für Stadtgeschichte. Nicht das Kulturamt. Nicht die Stabsstelle für Internationale Angelegenheiten. Das Büro des OB. Für eine 40-jährige Städtepartnerschaft, die im kommenden Jahr 40 Jahre alt wird, ist das OB-Büro zuständig. Das sagt alles, was man über die Priorität wissen muss.

Städtepartnerschaften leben nicht von Verwaltungsroutinen

Städtepartnerschaften leben von Begegnungen. Von Schulprojekten. Von Vereinsbegegnungen. Von Kulturveranstaltungen, gegenseitigen Besuchen, öffentlichen Formaten. Das weiß jeder, der sich je auch nur oberflächlich mit dem Thema beschäftigt hat. Nichts davon ist in Sicht. Stattdessen: Prüfvermerke. Abstimmungsprozesse. Und das beruhigende Versprechen, dass man das weitere Vorgehen im weiteren Verlauf weiter verfolge.

Für ein Jubiläum dieser Größenordnung ist die Antwort der Verwaltung nicht besonders viel. Gerade weil die Partnerschaft seit 1987 besteht, wäre das Jubiläum eine Chance, diese Verbindung sichtbar zu machen und neu zu beleben. Da braucht es mehr als interne Abstimmungen und Prüfvermerke. Es braucht einen erkennbaren Fahrplan.

Noch ist Zeit. Aber nicht mehr allzu viel. Wer im Mai 2026 noch in „interner Abstimmung“ ist, wenn andere Städte längst ihre Jubiläumsprogramme veröffentlichen, der hat entweder ein Personalproblem oder ein Prioritätenproblem. In Schwerin ist es selten nur das eine. Meistens ist es beides.

Die Städtepartnerschaft mit Wuppertal ist eine gute Sache. 40 Jahre sind ein Grund zu feiern. Wenn das Land so weiter macht, wird es stattdessen ein Grund zum Fremdschämen. Und das, bevor überhaupt irgendetwas passiert ist. Das ist, wenn man ehrlich ist, sogar für Schweriner Verhältnisse bemerkenswert.

Quellen: schwerin.news

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