
Schwerin (SIG)
Der Kommunale Ordnungsdienst der Landeshauptstadt Schwerin hat im Jahr 2025 ordentlich abkassiert: 3.405.870,39 Euro Einnahmen. Das ist mehr als der Haushaltsansatz von 3.260.800 Euro. Übersetzt: Die Schweriner parken so dermaßen schlecht ein, dass die Stadt davon leben könnte. Wenn das mal keine Erfolgsgeschichte ist.
„Ziel der Arbeit ist nicht die Erzielung von Einnahmen, sondern die Durchsetzung ordnungsrechtlicher Vorschriften.“
— Stadt Schwerin, Jahresbericht 2025, im Abschnitt ‚Wir tun nur unseren Job, ehrlich‘
Die Highlights des Jahres 2025: 21.821 Park- und Halteverstöße wurden dokumentiert. Davon entfielen 5.664 Fälle auf Verstöße an Parkscheinautomaten – sprich: Leute, die gar nicht oder zu kurz bezahlt haben. Weitere 1.904 Fälle waren Parken im absoluten Halteverbot, und 1.747 mal parkte jemand in der Bewohnerzone ohne Ausweis. Fast so, als hätte Schwerin einen talentierten Anti-Bürger-Algorithmus installiert.
Bonus-Content: 13 Übergriffe auf Ordnungsamt-Mitarbeiter
Und dann wäre da noch die unrühmliche Nebenerscheinung des Ordnungsdienst-Alltags: 2025 wurden 13 Anzeigen wegen Übergriffen auf Mitarbeitende des Außendienstes gestellt. Beleidigungen, Bedrohungen, körperliche Auseinandersetzungen – das volle Programm. Der Steuerzahler darf also nicht nur die Bußgelder berappen, sondern auch noch die Prozesskosten, wenn Schweriner Bürger meinen, ihre Parkstrategie mit Faustschlägen verteidigen zu müssen.
Dazu kommen die mobilen Blitzer: 2,4 Millionen Fahrzeuge wurden gemessen, 44.197 Geschwindigkeitsverstöße registriert. An stationären Anlagen waren es immerhin noch 7.532. Insgesamt kassierte der Ordnungsdienst 2.971.037,76 Euro nur an Verwarn- und Bußgeldern. Die Stadt betont natürlich, man wolle nur die Ordnung durchsetzen und nicht Einnahmen generieren. In der Zwischenzeit können wir alle denken, was wir wollen.
Schwerin: Wo der kommunale Ordnungsdienst mehr Geld reinholt als mancher Mittelständler Umsatz macht. Siehe auch: Mähroboter-Verbot für Igel. Auf die Frage warum man falsch parkt, antwortet der geneigte Schweriner traditionell: „Wat solln wa machen, et is ja keene Parkuhr da.“
Foto: Kindel Media / Pexels
Quelle: schwerin.news
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