Schwerin. Münzstraße. Ein neuer Laden. „Vintopie“ heißt er. Vintage. Streetwear. Und die 25-jährige Inhaberin sagt: „Die Münzstraße ist wirklich schön. Früher war sie auch gut belebt.“ Heute sei es etwas ruhiger geworden. Das wollen die neuen Ladenbetreiber gern ändern.
Der letzte Hoffnungsschimmer für die Schweriner Innenstadt
„Die Münzstraße ist wirklich schön. Früher war sie auch gut belebt.“ — Agnes Busenius, Inhaberin „Vintopie“
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Eine 25-Jährige, die mit einem Vintage-Laden die Innenstadt retten will. Die Schelfstadt, die Münzstraße, das ganze Zentrum — das ist jetzt Aufgabe von drei Leuten zwischen 25 und 30, die gern in Istanbul Urlaub machen und in Schwerin einen Kickertisch in den Laden gestellt haben.
Schwerin hat ein Innenstadtproblem. Keine Frage. Seit Jahren. Wer trägt die Verantwortung? Die Verwaltung, die seit Jahrzehnten denselben Fehler macht — Verwarten, Verwalten, Verhindern. Und dann kommt eine 25-Jährige mit einem Vintage-Laden, und das soll es richten?
Natürlich ist es gut, dass jemand was aufmacht. Natürlich ist es besser als nichts. Aber wenn eine Stadt ihre Innenstadt nur dadurch am Leben hält, dass junge Leute mit Hustler-Energie retten, was die Verwaltung verbockt hat — dann stimmt was nicht. Das ist eine Stadt, die sich durchmogelt und sich dann wundert, warum nichts vorangeht. Das ist keine Stadt, die funktioniert. Das ist eine Stadt, die Erfolgsmeldungen braucht, um sich selbst zu glauben.
Vintopie wird vermutlich ein netter Laden. Die Pandoras dieser Stadt sind aber die Entscheidungsträger, die seit Jahren zusehen, wie die Innenstadt verwahrlost, und dann die Ladenbetreiber als Hoffnungsträger vorführen. „Schaut, da tut sich was“ — während die Stadtverwaltung啥也没干.
Foto: Ian ODonnell / Unsplash
Quellen: Nordkurier
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