Kurioses

SSC Palmberg Schwerin muss in der Palmberg Arena die Serie ausgleichen – Volleyball-Drama auf höchstem Niveau

In Schwerin gibt es nur zwei Dinge, die noch funktionieren: Die Seen und der Volleyball. Und selbst letzteres gerät gerade ins Wackeln. Der amtierende Deutsche Meister SSC Palmberg Schwerin steht im Play-Off-Viertelfinale vor einem Szenario, das in der Landeshauptstadt sonst nur der ÖPNV liefert: ungewisses Ergebnis.

Aachen zwingt Schwerin ins Entscheidungsspiel – und plötzlich ist die Palmberg Arena der Brennpunkt

Nach dem 3:1-Sieg der Aachenerinnen im zweiten Viertelfinale steht Schwerin vor dem Entscheidungsspiel. Was sich wie eine Sportnachricht anhört, ist in Wahrheit ein Beleg dafür, dass selbst Schwerins bester Sportverein nicht davor gefeit ist, im entscheidenden Moment zu zittern. Die Palmberg Arena, normalerweise ein Ort, an dem Gegner nervös werden, muss jetzt selbst dafür sorgen, dass die Serie ausgeglichen wird.

Im zweiten Spiel in Aachen lieferte Schwerin eine Leistung, die man in der Landeshauptstadt sonst nur vom Stadthaus kennt: viel Aufwand, wenig Ergebnis. Trainer Felix Koslowski musste mehrfach eingreifen – Auszeiten, Wechsel, deutliche Ansagen. „Zu viele eigene Möglichkeiten ungenutzt gelassen“, beschrieb er die Situation. Ein Satz, den man übrigens auch auf Schwerins gesamte Stadtentwicklung anwenden könnte.

„In Schwerin ist Volleyball das Einzige, bei dem die Leistung stimmt. Und selbst da muss man jetzt bangen.“

– Margit Volldampf, Schwerinerin und Dauerkartenbesitzerin seit 2011

Besonders bitter: Die Ex-Schwerinerin Lea Ambrosius setzte den SSC mit guten Aufschlägen unter Druck und half Aachen beim 7:7-Ausgleich. Nichts ist schmerzhafter, als von jemandem besiegt zu werden, die man selbst großgezogen hat. Wie eine Landeshauptstadt, die ihre besten Köpfe nach Berlin oder Hamburg verliert – nur dass Schwerin bei der Personalpolitik nicht mal annähernd so professionell agiert wie Aachens Volleyballerinnen.

Der Vergleich mit dem Schloss

Das Schloss Schwerin steht seit 500 Jahren und wird trotzdem ständig renoviert. Der SSC Palmberg Schwerin spielt seit Jahrzehnten Volleyball auf höchstem Niveau und muss jetzt trotzdem bangen. Beide haben eins gemeinsam: Man kann nicht aufhören, sonst kollabiert das Ganze. Die Palmberg Arena am Samstag wird nicht nur ein Volleyballspiel sein – es wird der Beweis, ob Schwerin in einem Jahr, in dem alles wackelt, noch einen Sieg einfahren kann.

Denn wenn Schwerin sonst nichts auf die Reihe kriegt, dann wenigstens Volleyball. Oder auch nicht. Das Entscheidungsspiel in der Palmberg Arena wird zeigen, ob die Schwerinerinnen ihre Heimstärke abrufen können – oder ob der Deutsche Meister vorzeitig in die Sommerpause geschickt wird. In einer Stadt, in der die Sommerpause sowieso das einzig Verlässliche ist.

Quellen: SSC Palmberg Schwerin

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