Gesellschaft

Spitzenreiter Schwerin verliert 0:2 beim Dritten — vor 300 Zuschauern

Schwerin ist Landeshauptstadt. Hat etwa 96.000 Einwohner. Und einen Fußballclub, der sich FC Mecklenburg Schwerin nennt und seit Wochen die Fußball-Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern anführt. Eigentlich ein Grund zum Stolzieren. Eigentlich.

Denn der FCM patzte am Wochenende again — auswärts beim Malchower SV. Malchow, das ist so eine kleine Stadt weiter im Süden von MV. Schätzungen zufolge leben dort weniger Menschen als in einige Schweriner Plattenbauviertel. Aber die Malchower können kicken. Jedenfalls besser als die Landeshauptstadt: 2:0 hieß es am Ende für den SV, dem Drittplatzierten, vor nur knapp 300 Zuschauern.

Landeshauptstadt, elfter Tabellenplatz, dritte Garnitur

Schwerin hat also den Dritten der Liga verloren. Vor der Minus-Kulisse einer Freiluftveranstaltung, auf der man als Schweriner Fan froh sein konnte, dass das Lokalradio noch einen Reporter vorbeischickte. Malchow hat 300 Zuschauer mobilisiert — für ein Spiel gegen den Landeshauptstadt-Club. Die Schweriner brachten offenbar nicht genug Menschen zusammen, um die Niederlage in der eigenen Stadt als relevante Veranstaltung zu verbuchen.

„Naja, 300 Zuschauer — da kannste ja noch nicht mal Volleyball spielen, geschweige denn einen Landeshauptstadt-Club vorführen. Aber Respekt an Malchow, die haben’s gemacht. Wir waren einfach nicht gut genug.“

— FCM-Coach André Sevecke nach dem Spiel, leicht defätistisch, aber ehrlich

Das 0:1 fiel nach einem Freistoß durch Ben Grotian per Kopf. Das 0:2 war ein Foulelfmeter von Jan Lachnitt. Schwerin, als Spitzenreiter angereist, kam in der ersten Halbzeit nicht wirklich ins Spiel. In der zweiten Hälfte wurde es besser — aber ohne zählbaren Erfolg. Die Malchower verteidigten clever, lauerten auf Konter und ließen den FCM laufen.

Für Schwerin war es bereits die zweite Saisonniederlage. Die erste gab es Mitte März beim 1. FC Neubrandenburg, dem Zweiten — 1:3. Heißt im Klartext: Gegen jeden, der halbwegs mithalten kann, verliert der FCM. Gegen Malchow jetzt, und gegen Neubrandenburg davor. Landeshauptstadt-Ambitionen sehen anders aus.

Dabei sollte man fairerweise erwähnen: Mit 51 Punkten aus 21 Spielen führt der FCM die Tabelle immer noch an. Verfolger 1. FC Neubrandenburg hat nur 49 Punkte — ist aber auch schon 22 Mal angetreten. Der Titelkampf spitzt sich also zu. Wenn man mal vom Umstand absieht, dass der FCM gerade دو Mal hintereinander verloren hat.

Nächste Woche wartet der SV Pastow, Vierter der Tabelle, auf den FCM. Mal sehen, ob die Schweriner dann wenigstens den vierten Platz ordentlich besiegen können. In einer Landeshauptstadt sollte das ja wohl drin sein.

Foto: Lucas Andrade / Pexels

Quellen: Nordkurier

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