Schwerin. Landeshauptstadt. 55.000 Fahrgäste täglich. Und offenbar reicht das nicht für einen Nahverkehr, in dem man sich nicht wie in einem Hochsicherheitstrakt fühlt. Der NVS hat jetzt ein Sicherheitskonzept vorgestellt, das klingt wie ein Zugeständnis daran, dass der öffentliche Raum in dieser Stadt ein Problem ist.
Ab 20 Uhr darf man jetzt überall aussteigen. Auf Wunsch. Die Fahrer entscheiden, ob es die „Situation erlaubt“. Heißt im Klartext: Wenn der Busführer meint, es ist gerade stressig, bleibt die Tür zu, und du läufst trotzdem die halbe Stadt zu Fuß, weil das Sicherheitsgefühl dann wohl doch nicht so wichtig war.
Fahrer mussten sich „öfter Beleidigungen anhören“
„In meinen 15 Jahren kam es glücklicherweise bis jetzt nur zu einem richtig dollen Vorfall.“ — Busfahrer Bastian Dahlmann, NVS
Danke für die Beruhigung. „Richtig doller Vorfall“ klingt nach einer Einschätzung, die man nicht ernst nehmen muss. Ein Busfahrer, der seit 15 Jahren „glücklicherweise“ nur einmal richtig was abbekommen hat, ist kein Argument für eine funktionierende Sicherheitsstrategie. Das ist die Statistik einer Stadt, die es sich leisten kann, Probleme kleinzureden.
Und dann ist da die Sache mit den 55.000 Fahrgästen täglich. In einer Stadt mit unter 100.000 Einwohnern. Das ist nicht „viel“, das ist der halbe Grund, warum es den NVS gibt. Und trotzdem braucht es ein einjähriges Testprogramm, um herauszufinden, ob man nicht auch einfach freundlich durch die Gegend fahren könnte.
Das neue Konzept soll den Nahverkehr „modern und zukunftsfähig“ machen, sagt Geschäftsführer Thomas Schlüter. Klar. NVS goes Security State. Wunschhalte, Sicherheitskräfte, Prävention. Für 55.000 Leute, die einfach nur zur Arbeit kommen wollen.
Foto: Mihail Cioinica / Unsplash
Quellen: Nordkurier
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