Am Samstag wird es laut in Schwerin. Nicht wegen einer Katastrophe, sondern wegen eines Tests. Dass man in der Landeshauptstadt den Unterschied klarstellen muss, sagt eigentlich schon alles.
Am 4. April 2026 findet der nächste kommunale Warntag statt. 17 Sirenenanlagen in fast allen Stadtteilen werden heulen, von Warnitz über den Großen Dreesch bis zum Industriepark. Um 11 Uhr geht es los.
Erst Entwarnung, dann Warnung — weil es andersrum zu logisch wäre
Der Ablauf ist dabei typisch deutsch-bürokratisch: Um 11:00 Uhr kommt zuerst die Entwarnung. Eine Minute Dauerton. Direkt danach die eigentliche Warnung mit auf- und abschwelendem Heulton. Um 11:45 Uhr dann erneut Entwarnung. Man warnt also vor nichts, entwarnt danach, und entwarnt am Ende nochmal. Sicherheitshalber.
„Ein wichtiger Bestandteil der Katastrophenvorsorge sind regelmäßige Warntests. Durch die Probewarnungen können sich die Schwerinerinnen und Schweriner mit den verschiedenen Signalen und Kanälen vertraut machen, um im Ernstfall richtig zu reagieren.“
Simon Küpper, Zivil- und Katastrophenschutz der Berufsfeuerwehr Schwerin
Vertraut machen. Das klingt, als ob die Schweriner regelmäßig vergessen, was eine Sirene bedeutet. Was fairerweise nicht ganz abwegig ist, wenn man bedenkt, dass der letzte Warntag eine mittlere Überraschung war und der Cell-Broadcast beim bundesweiten Warntag 2022 bei vielen gar nicht ankam.
Cell-Broadcast bleibt aus — „ist ja nur kommunal“
Apropos Cell-Broadcast: Der bundesweite Mobilfunkdienst, der Warnungen direkt aufs Handy schickt, wird beim Schweriner Test nicht aktiviert. Ist ja nur ein kommunaler Test. Heißt: Wer seine NINA-App nicht installiert hat und keine Sirene hört, bekommt vom ganzen Warntag schlicht nichts mit. Effektiver Bevölkerungsschutz in der Praxis.
Immerhin: Eine Woche später, am 11. April, gibt es auf dem Marktplatz den ersten Schweriner Bevölkerungsschutztag. Von 11 bis 16 Uhr verwandelt sich der Platz in eine Blaulicht-Meile. Feuerwehr, DRK, Johanniter und THW präsentieren ihre Arbeit. Einsatzfahrzeuge angucken, Vorführungen bestaunen, sich informieren. Das Motto: „Mit Sicherheit gewappnet“.
Schwerin ist also für den Ernstfall gerüstet. Zumindest was das Testen angeht. Ob im echten Notfall alles so reibungslos läuft wie beim Probealarm an einem Samstagvormittag, steht auf einem anderen Blatt. Aber erstmal: Samstag, 11 Uhr, nicht erschrecken. Ist nur Schwerin, das übt.
Quellen: schwerin.news
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