Ab 30. April ist das Südufer des Pfaffenteichs für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wieder. Wie jedes Jahr. Saisonmaßnahme nennt die Stadt das. Freiluftsaison. Als wäre der Schweriner Innenstadt mit dem Öffnen einer Straße im Frühjahr geholfen.
Ab Donnerstag, 30. April, wird das Südufer des Pfaffenteichs erneut für den Durchgangsverkehr gesperrt, um die Aufenthaltsqualität in diesem beliebten Freizeitbereich zu steigern.
Die Aufenthaltsqualität steigern. Durch eine Sperrung. Nicht durch Sauberkeit, nicht durch Beleuchtung, nicht durch irgendwas, das tatsächlich die Aufenthaltsqualität erhöht. Nein. Durch das Wegnehmen einer Straße. Das ist, als würde man ein Restaurant verhungern lassen und sagen: Jetzt muss der Gast von selbst kommen.
Das volle Programm: Halbseitige Sperrungen, Radwege weg, Parkplätze weg
Neben der Pfaffenteich-Sperrung gibt es ab Montag, 27. April, eine halbseitige Sperrung der Neumühler Straße. Wegen Bauarbeiten. Die Schwalbenstraße wird ausgebaut. Bis zum 12. Juni. Die wichtige Verkehrsader, die Schweriner kommen trotzdem rein – nur noch langsamer. Eine Umleitung über die B 106 ist eingerichtet. Vielleicht lernen sie in der Verwaltung ja dabei, wie man Umleitungen für alle künftigen Baustellen gleich mitplant.
Und dann ist da noch der Parkplatz am Schlachtermarkt. Sperrung bis zum 8. Mai. Wegen Neuordnung der Parkregelungen. Was für eine Neuordnung? Man weiß es nicht. Aber gesperrt wird auf jeden Fall.
Die Radfahrer und Fußgänger werden gleichzeitig nicht vergessen: Die Mecklenburg-, Helenen- und Schmiedestraße werden für den Radverkehr eingeschränkt. Heißt im Klartext: Auch die, die nicht Auto fahren, sollen gefälligst spüren, dass Schwerin sie nicht auf dem Schirm hat.
Die Stadt der saisonalen Einschränkungen
Was hier passiert, ist symptomatisch für eine Stadt, die das Positive nicht auf die Reihe kriegt, aber das Negative umso besser. Sperren, Einschränken, Parkverbote, Radwegsperren. Das volle Programm. Und das nennt sich dann Aufenthaltsqualität.
Eine echte Lösung für den Pfaffenteich wäre: Das Südufer dauerhaft autofrei machen, einen vernünftigen Radweg drumherum bauen und endlich den Schweriner Schloss-Uferweg als touristische Hauptattraktion entwickeln. Nicht nur temporär. Nicht nur saisonal. Dauerhaft. Eine Stadt, die das nicht kapiert, wird auch mit Freiluftsaison keine Aufenthaltsqualität hinbekommen.
Aber Schwerin denkt nicht groß. Es denkt klein. Und sperrt dann die Straßen.
Foto: OathOn / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
Quellen: Nordkurier Schwerin
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