Politik

Schwerin plant Hubschrauberlandeplatz auf dem Stadthaus — weil der Aufzug zu langsam ist

Die Debatte um den Stadthaus-Kauf am Packhof hat eine neue, ungeahnte Dimension erreicht: Die Schweriner Stadtverwaltung plant einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach. Offiziell, um „die Erreichbarkeit zentraler Entscheidungsträger zu verbessern“. Inoffiziell, weil der Aufzug schon wieder kaputt ist.

Staufrei zur Stadtvertretungssitzung — aber bitte mit Kerosin

Laut internen Planungspapieren soll der Landeplatz Teil eines „innovativen Mobilitätskonzepts“ werden. Dezernenten, der Oberbürgermeister und der Stadtpräsident könnten künftig „zeitoptimiert und staufrei“ zu ihren Terminen schweben. Man kennt das ja: Schwerin, die Stadt der endlosen Staus. Wer morgens um 8 Uhr über die Schlossbrücke will, braucht mindestens… nun ja, drei Minuten.

„Wenn wir erwarten, dass Entscheidungen schneller getroffen werden, müssen wir auch die Rahmenbedingungen entsprechend anpassen.“

So zitiert Schwerin-Lokal einen Sprecher aus dem Umfeld der Rathausspitze. Erste Planskizzen existieren bereits — inklusive eines gläsernen Aufzugs, der direkt vom Dach in die Führungsetage führt. Weil ein normaler Aufzug wäre ja zu normal für eine Stadtverwaltung, die schon beim 115-Millionen-Euro-Rettungshubschrauber keine Berührungsängste mit Rotorblättern zeigte.

Die Rechtsaufsicht riecht den Braten — und den Kerosingestank

Pikant: Das Innenministerium hatte den Stadthaus-Kauf erst kürzlich vorläufig gestoppt. Die Wirtschaftlichkeit? Fraglich. Und jetzt soll ein Hubschrauberlandeplatz als „langfristige Effizienzmaßnahme“ in die überarbeitete Wirtschaftlichkeitsrechnung einfließen. Kreative Buchführung, sagen Kritiker. Ein Vertreter der Rechtsaufsicht kommentierte angeblich: „Wir prüfen grundsätzlich alle Vorschläge, auch solche mit besonders viel Aufwind.“

Aus der Opposition heißt es, man solle sich „zunächst um funktionierende Schulen und Straßen kümmern, bevor man über Landeplätze auf Dächern nachdenkt“. Ein nachvollziehbarer Einwand, der vermutlich genau deshalb ignoriert werden wird.

1. April oder Schweriner Realität? Ja.

Die aufmerksamen Leser von Schwerin-Lokal haben natürlich bemerkt, dass der Artikel am 1. April erschien. Ein Mitarbeiter im Rathaus soll dazu mit einem Augenzwinkern bemerkt haben: „Heute sollte man vielleicht nicht jede Nachricht sofort landen lassen.“ Das Problem ist nur: In einer Stadt, die den 1. April abschaffen wollte, weil Satire und Realität nicht mehr unterscheidbar sind, ist selbst der beste Aprilscherz nur noch ein Planungsentwurf, der ein halbes Jahr zu früh durchgesickert ist.

Quellen: Schwerin-Lokal (SNO)

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