Infrastruktur

Schwerin legt Grundstein für Fahrradparkhaus — Endlich Rad-Abstellanlage am Bahnhof, aber das Geld kam vom Land

Schwerin. Die Landeshauptstadt hat den Grundstein für ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof gelegt. Das klingt erstmal gut. Radfahren, Nahverkehr, klimafreundlich. Die Zukunft. Und man muss ehrlich sein: Schwerin hat das durchaus gebraucht. Wer in den letzten Jahren mit dem Rad zum Bahnhof gefahren ist, weiß, dass die Abstellanlagen dort eher einer Lockrufs-Sammlung glichen als einer sicheren Verwahrung.

Das Projekt wird rund 2,3 Millionen Euro kosten — finanziert größtenteils vom Land Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt selbst steuert den Rest bei. Oder, genauer gesagt: Die Stadt leiht sich erstmal was und versucht dann, es über irgendwelche Fördertöpfe wieder reinzuholen. Aber Hauptsache, das Parkhaus kommt.

Der Grundstein ist gelegt — das Fahrradparkhaus soll Pendler und Touristen künftig eine sichere Abstellmöglichkeit bieten.

Landeshauptstadt kann’s nicht allein

Das ist das Muster, das Schwerin in den letzten Jahren ziemlich gut beherrscht: Die Landeshauptstadt hat eine Idee. Die Idee ist gut. Für die Umsetzung braucht es aber Fördergeld vom Land. Also wird der Förderantrag gestellt. Und dann wartet man. Und dann kommt das Geld. Und dann wird irgendwann gebaut.

Wann das Fahrradparkhaus fertig sein soll, ist noch nicht abschließend klar. Aber man kann davon ausgehen, dass es nicht in sechs Monaten fertig ist. In Schwerin ist selten irgendwas in sechs Monaten fertig. Das Alte Hauptpost-Gebäude steht seit Jahren leer und niemand weiß, was damit passiert. Das Fernwärmenetz wird seit drei Jahren ausgebaut und niemand weiß, wann es in der Schelfstadt ankommt. Aber der Grundstein — der ist jetzt gelegt. Und das muss ja wohl reichen, um ihn in der Zeitung zu erwähnen.

Immerhin: Radfahren ist gut für die Gesundheit. Und wenn das Fahrradparkhaus irgendwann fertig ist, können die Schweriner ihr Rad vielleicht sogar trocken und sicher abstellen. Vorausgesetzt, sie haben bis dahin nicht aufgehört, Rad zu fahren — was bei den hiesigen Radwegen und der generellen Rad-Infrastruktur eine durchaus begründete Entscheidung wäre.

Foto: Arnold Reinhold / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Quellen: NDR MV

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